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Donnerstag, 7. September 2017

Duocarns, Gay Hunger, Der schwarze Fürst der Liebe - 3 Bücher, die sich zu schreiben lohnt :)

Festlegen auf ein einziges Genre? Nicht mit mir.


Die Welt der Litertaur ist so vielfältig.
Und trotzdem sehe ich, dass es erfolgreiche Autoren gibt, die immer nur in einem Genre schreiben. Ist es, weil das Publikum das erwartet und diese Bücher sofort ungesehen kauft?
Ich denke, dass man als Autor mehr verdient, folgt man diesem einheitlichen Weg.
Guter, spannender Krimi, bekannter Name, Cover in schwarz/rot/weiß mit ein paar Blutspritzern. Voilá!

Als Freigeist kann ich so nicht arbeiten. Dafür sind all die Genres viel zu aufregend. Warum sich mit einem Mäntelchen begnügen wenn man Tausende tragen kann? Einige tragen einen auf andere Planeten, sie machen unsichtbar, sie sind wahlweise zerlumpt oder aus Hermelin. Man trägt sie im Mittelalter oder bei der Krönung auf den Planeten Xos.
Unter dem Mantel ist man nackt, weiblich, männlich, schwul oder hetero, gut oder böse oder vielleicht nichts von allem dem - ein durchsichtiger Gedankengeist, der über eine Steppe fliegt.

Nein, ich kann mir nicht vorstellen ständig Kommisar X zu sein.
Was mich zu meinen neuen Buchprojekten führt.

Die Duocarns


Tja, ich habe großspurig angekündigt, damit durch zu sein, aber muss zurückrudern. Ich habe jetzt 5 Jahre an der Serie geschrieben und ohne meine Protagonisten bin ich unglücklich. Also wird die Geschichte fortgesetzt, was sicher auch die Fans der Duocarns begeistern wird.
Die Story geht weiter im Jahr 2300 auf der Erde. Da von der Menschheit nichts Gutes zu erwarten ist, die Gier nach Geld und Macht weiterhin regieren wird, ist anzunehmen, dass die Menschen in desaströsen Zuständen leben werden. Dadurch, dass die Umweltverschmutzung bis dahin ungebremst voran gehen wird, wird alles verseucht bzw verstrahlt sein. Was heißt das für die Erdbewohner?
Mein neues Buch heißt "Duocarns - Mutant".

Geschrieben ist es in der 3. Person. Je nach Storyverlauf tragen unterschiedliche Protagonisten die Fackel weiter. Auch auf andere Planeten.
Hier erzählt David:
Hier, am Standort New-Vancouver, arbeiteten der Chemiker Trevor, der Physiker Dan und er selbst an Anlagen zur Entgiftung der Luft, des Erdreichs und des Wassers. New-Vancouver lag in Silver Valley am Fuß des Golden Ears Bergmassivs und hatte 10376 Einwohner, wenn man den Angaben der Weltregierung glauben durfte. Das Wasser des Fraser River war zurückgegangen und hatte fruchtbares, wenn auch vergiftetes Land hinterlassen. Die Wasserstoff Technologie und das konsequente Recycling der menschlichen Ausscheidungen und des Abfalls hatte das Energieproblem einigermaßen gelöst, wobei David kein Fan des kaum aufbereiteten Verwertungskreislaufs war. Seiner Meinung nach infizierten sich die Menschen immer wieder selbst mit all den Giften aus dem Müll. Ein ewiger Diskussionspunkt mit Trevor, der wie zu erwarten am Küchenherd stand und etwas Undefinierbares in einer Eisenpfanne briet.
Er wandte sich um. »Hey Black Beauty.«
»Hi Spiderman.«
Sie grinsten sich an.
David hasste die Anspielungen auf sein makelloses Äußeres, deshalb ärgerte er Trevor mit der Tatsache, dass dieser vier Arme besaß. Die zusätzlichen unterhalb der Achselhöhle angewachsenen Gliedmaßen wirkten wohl wie die eines Kindes, dünn und schmächtig, aber waren ohne weiteres funktionstüchtig, was Trevor gerne demonstrierte. Momentan rührte er in der Pfanne, würzte beidhändig aus zwei Blechdosen, während die Hand des oberen rechten Armes ein wenig übergelaufene Mixtur von der Herdplatte des alten Holzofens kratzte. David wollte gar nicht wissen, was in diesem Moment in dem Ofen vor sich hin kokelte und ihn erhitzte. Eigentlich war es verboten Müll einfach so zu verbrennen, aber Trevor scherte sich nicht darum.
»Ich hab dir schon dein Frühstücks-Gebräu angerührt. Was ist das für ein neuer Duftstoff? Kommt das aus deinem geheimnisvollen Laden? Riecht wie - ähm, keine Ahnung, etwas Blumiges.«
David nickte, setzte sich an das Provisorium aus zwei Böcken und einem Türblatt und testete, was sein Kollege zusammengerührt hatte. Terv hatte für ihn das Aroma einer auf Renovamion wachsenden Pflanze produziert, die ihm bei ihrem letzten Besuch dort gut gefallen hatte. Sie roch wie eine Mischung aus Ringelblume und Rose und schmeckte köstlich.
Trevor erwartete offensichtlich keine Antwort. Er marschierte mit der Pfanne zum Tisch, knallte sie darauf, und ließ sich auf einen Hocker fallen. Mit finsterer Miene schaufelte er sich mit der Gabel die braune Materie in den Mund. Sein Gesicht erhellte sich. »Wahnsinn, mit deinem Milchpulver verfeinert ist der Rest des Rattenragouts ja eine kulinarische Sensation.« Er spähte unter seinem wirren schwarzen Haar zu David. Seine bunt gescheckten Augen funkelten belustigt und erinnerten David an die Murmeln, mit denen er als Kind gespielt hatte. Das Zeug schmeckte Scheiße, das war David klar....

Das Buch wird ca. Anfang 2018 fertig sein. Es wird ca. 200 Seiten haben.

Duocarns - Mutant Teil 11 der Fantasy-Serie

***

Der schwarze Fürst der Liebe - Baral Teil 3


Mein zweites Buchprojekt, das momentan allerdings ruht, ist der dritte Teil des "Der schwarze Fürst der Liebe".
Das Projekt ist das Größte momentan, denn es wird um die 350 Seiten bekommen.
Es ist ein Orientabenteuer mit allem, was dazu gehört: Dem Prinzen, der verzauberten Prinzessin, dem sexy Piraten und dem widerlichen Scheich.
Geschrieben ist es in einem etwas ältlichen, verschlungenen Stil in der 3. Person. Auch hier tragen unterschiedliche Protagonisten die Fackel der Story weiter. Ich denke, es wird Mitte 2018 fertig.

Kleine Leseprobe?

Alt, gefräßig und machgierig. Nora starrte den Scheich an, der sie mit listig funkelnden Augen musterte, während er Marann, der aus einem Stück Kamelleder hervorblinkte, in seiner fetten Hand hielt. Sie hätte ihn töten mögen für seinen Diebstahl und überlegte fieberhaft, ob er sich bewusst war, dass der Reif nur mit ihr zusammen seine Zauberkraft entfaltete. Sie hatte keinen Blick für den pompösen Thronsaal, die mit Seide bespannten Wände, die wertvollen Malereien und all das Gold und die Edelsteine, mit denen ihr Feind sich umgab. Das Kichern der verschleierten Haremsdamen, die drohende Ausstrahlung der hochgewachsenen Eunuchen-Wächter, nahm sie kaum wahr. Es war ihr, als seien Scheich Fezar und sie gemeinsam in einer Glasglocke gefangen. Alle anderen blieben ausgesperrt.
»Nun, die Zauberin von Thoranda bequemt sich also doch mich zu besuchen«, zischte Fezar. 
»Mir war nicht klar, dass ich eingeladen war«, entgegnete Nora kalt. »Ihr belagertet mein Volk und hungertet es aus. Eure vermeintliche Einladung war wohl eher das Ultimatum Euch mein Land zu übergeben.«
»Thoranda ist nun nicht mehr Euer. Wie ihr seht«, er schwenkte Marann, »ist Eure Macht gebrochen.« Er reckte sich vor. »Und Ihr werdet in Zukunft meinen Befehlen gehorchen.«
»Und wenn nicht?«, fragte Nora lauernd. Sie wusste nicht, woher sie den Mut nahm, dem mächtigen Mann so zu trotzen. Hoch aufgerichtet musterte sie sein golddurchwirktes Gewand, den mit Rubinen besetzten Turban und die funkelnden Schweinsäuglein in dem bärtigen Gesicht. Sie hasste ihn abgrundtief. Das hatte sie bereits als Kind getan, als er sie bei einem kurzen Besuch mit ihrem Vater im Palast in die Wange gekniffen hatte.
Mit einem hässlichen Grinsen bewegte er den Zeigefinger der mit Ringen überladenen Hand, was einen der furchteinflößenden Wächter in Bewegung setzte. 
»Das Kätzchen«, knisterte Scheich Fezar.
»Nein!« Nora wollte das Tierchen an sich drücken, aber der Wächter war schneller, packte Sulla am Genick und zog sie aus ihrem Hemd...

Der schwarze Fürst der Liebe Teil 3 hat auch bereits ein schönes Cover.

***

Gayhunger - Viking


Mein drittes Projekt ist blutrünstiger Natur. In ihm setze ich die Geschichte der Vampire Arn und Vincent fort. Die Bände 1 und 2 gibt es bereits als Ebooks, aber sie sind zu klein, um sie auf Papier erscheinen zu lassen. Zusammen mit Band 3 wird es eine Trilogie geben, die zu drucken lohnt.

Im Buch gibt es zwei Storylines, denn Arn Haraldsson und Vincent de Valentinois gehen getrennte Wege. Vincent taucht in die Pariser Modewelt ein, während Arn versucht, das Geheimnis eines Buches zu ergründen, das ihn bis in seine Wikingerzeit führen wird.
Deshalb heißt der 3. Teil "Gayhunger - Viking"
Geschrieben ist es in Ich-Form aus der Sicht von Vincent und Arn abwechselnd. So erlebt man die Story hautnah. Es wird noch 2017 erscheinen.

Das Cover hat die belgische Künstlerin Evelyne Paniez entworfen.
Wie du an der Leseprobe siehst, prickelt es ganz schön...

Arn Haraldsson, der Wikinger


Jetzt konnte ich einen Cognac vertragen. Ich schlenderte zu der vor der Fensterfront aufgebauten Bar, hinter der einige Barkeeper versiert hantierten.
»Ein Cognac bitte.«
»Aber einen Guten«, sagte eine Stimme neben mir.
Ich wandte den Kopf. Laboir.
»Welch angenehme Erscheinung.« Er musterte mich frech von oben bis unten. »Mit wem habe ich das Vergnügen?«
»Vincent de Val...«. Ich korrigierte mich schnell. »Vincent de Beauvoir«.
Laboir nahm den Cognac vom Barkeeper entgegen und reichte ihn mir, wobei er absichtlich meine Hand streifte. Dabei lächelte er dreist.
Er war es offensichtlich gewöhnt, alles zu bekommen, was er haben wollte. Nun, da würde ich ihn eines Besseren belehren.
Ich tat, als hätte ich seine plumpe Anbiederung nicht bemerkt.
»Vielen Dank für die Einladung. Wie Sie sehen, habe ich einige Entwürfe mitgebracht.« Ich hob die Mappe kurz an.
»Ach ja, jetzt erinnere ich mich«, entgegnete er blasiert. »Ein junger, aufstrebender Designer.«
Ich trank einen Schluck Cognac und musterte ihn über den Rand des Glases. 
»Sie sollten nicht solche Anzüge tragen. Darin wirken Sie wie ein billiger Elvis-Verschnitt. Das schmeichelt Ihrem tadellosen Körper in keiner Weise.«
In der Tat, Maurice Laboir war wohl nicht groß, aber perfekt trainiert und sein Gesicht war eindeutig vom Chirurgenstahl geglättet.
Er erbleichte. Öffnete den Mund für eine Antwort, schloss ihn jedoch wieder. Dann lachte er laut auf. Seine übermäßig weißen Zähne blitzten.
»Soso. Elvis-Verschnitt. Ganz schön dreist, für jemanden, der als Bittsteller zu mir gekommen ist.«
Ich runzelte die Stirn und stellte das Glas weg. »Ich gedenke nicht, Sie um etwas zu bitten. Wir können ein gemeinsames Geschäft beginnen, aber ich werde immer der Herr über meine Arbeit sein.«
»Der Herr?«, fragte Laboir lauernd.
Ich ging aufs Ganze. Arn war nicht da. Denn eigentlich war das eher seine Art.
Mit einem schnellen Griff packte ich Laboirs gut verpacktes Gemächt und hielt es fest. »Ist es nicht das, was du suchst?«, fragte ich. »Deinen Herrn?«
Das war die richtige Taktik gewesen. Ich sah, wie sein Blick brach. 
»Sie sind ja wahnsinnig«, stieß er hervor. Ich spürte, dass ich ihn erregte. »Und frech.« Er keuchte kurz.
»Gut, dann nicht.«
Ich nahm die Hand abrupt weg und wandte mich zum Gehen...

***

So, okay, nach dem kleinen Zwischenbericht wende ich mich wieder meinen geliebten Geschichten zu. 

Ich wünsche dir gute Unterhaltung.
deine Pat



Samstag, 19. August 2017

Das Duocarns Gewinnspiel läuft. Gewinne die Gesamtausgabe!



 Das Duocarns Gewinnspiel läuft momentan auf Facebook.

Click auf den Link
Teile, rate und gewinne.
Es lohnt sich:
Gewinne 2 Kilo (2200 Seiten, 10 Bücher, Wert 70 Euro)
pralle Fantasy-Action
oder eine von 2 schnuckeligen Leseratten, handgemachte Einzelstücke.

Hier gehts los 


 



Mittwoch, 16. August 2017

Sie ist da! Superpower-Unterhaltung: Duocarns Fantasy Gesamtausgabe

Superpower-Unterhaltung: Duocarns Fantasy Gesamtausgabe


Mit 2200 Buchseiten ist die Gesamtausgabe der Duocarns eine echte Herausforderung für jeden Bücherwurm. Aber ein Mal begonnen, kann man nicht mehr aufhören. Die Abenteuer der duonalischen Krieger packen dich und tragen dich fort.
Was in Vancouver beginnt, wandert auf Planeten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat, lässt dich Bösewichte erleben, deren Verschlagenheit kaum noch zu toppen ist.


Bücher mit über 2200 Seiten gibt es leider nicht in Papierform. Aber das ist vielleicht auch gut so, denn es liegt sich besser im Bett mit einem leichten Reader als mit einem 3 Kilo schweren Wälzer. ;)

Die Gesamtausgabe gibt es exklusiv bei Amazon.


Viel Spaß wünscht dir deine Pat McCraw
 

Dienstag, 1. August 2017

Bücher schreiben kann doch jeder! Mandy & Chantal beweisen es!


Mal eben ein Buch schreiben? Kann doch jeder :)


Das dachten die beiden Freundinnen aus dem Ruhrgebiet: Mandy & Chantal.
Im Büchlein geht es dann herzhaft und witzig zur Sache.
Ja, es gibt Autoren, die fühlen sich angegriffen. Aber wie sagt man so schön: Wem die Jacke passt, der zieht sie an.

Also rein ins turbulente Buch-Abenteuer mit zwei Damen, die die Orthographie nicht erfunden haben. Aber sie haben das Herz auf dem rechten Fleck und die Freundschaft der beiden ist sowas von dicke.

Das Cover hat die 7 jährige Tochter einer Freundin für uns gemalt. Danke an "Einhornflügelpferd".

Das Buch gibt es in der Internet-Version kostenlos.
Für das Papierbuch (mit vielen urkomischen Bildern) muss ich euch leider Geld abknöpfen.
Das gibt es hier.

Leseprobe gefällig?

Pseudowas?

Leute, bei mir geht’s vielleicht ab!
Gestern war ich beim DM und hab mir einen Nagellack für 12,95 gekauft. Das hat meine Freundin Chantal mitbekommen und meinte doch tatsächlich: »Haste im Lotto gewonnen oder Leergut weggebracht?«
Da hab ich ihr erzählt, dass ich jetzt Schriftstellerin bin. 
Boah, die hat gestaunt. »Was schreibste denn?«, hat sie gefragt.
Nee, ich hab nicht gewagt der zu erzählen, dass ich darüber schreibe, wie der Paul von nebenan merkt, dass er schwul ist und sich nicht traut, das zu sagen. Und dass da der Benno ist, der auch schwul ist und der das auch nicht wahrhaben will, weil sein Vater ihn sonst verkloppt. Die beiden poppen dann trotzdem, obwohl sie nicht schwul sind. Das wäre zu viel für Chantal gewesen. Also hab ich gesagt: »Chantal, ich schreib jetzt Erotik.«

Na, die hat vielleicht Bauklötze gestaunt. Denkt mal nicht, die Chantal wäre auf den Kopf gefallen, weil die so einen französischen Namen hat. Den hat sie, weil ihre Mutter gemeint hat, französisch wäre vornehm und würde außerdem gut zu »Schmitz« passen. Aber egal. Sie meinte daraufhin: »Stell dir vor, wenn irgend so ein Spanner rauskriegt, wo du wohnst. Der klingelt dann und denkt du wärst ne Nutte, weil du sowas schreibst, und dass du es mit jedem treibst.«
Jo, die ist schlau, die Chantal.
Ich hab sie aber beruhigt. »Ich schreib unter Pseudonym«, hab ich gesagt.
»Pseudowas?“
»Das is ein anderer Name, Chantal.«
»Ach so. Und wie heißt du?«
Tja, Leute, ich bin vor Stolz fast geplatzt: »Ich heiße Samantha E. Xervas. Genial, was?«
Chantel war begeistert. »Cooool! Wie geil ist das denn?«
»Merkste was?«
»Nö.«
Kann sein, Chantal ist doch nicht so clever, wie ich dachte.
»Na, Samantha hat ein S. Und ein E in der Mitte. Dazu der Nachname beginnt mit X. Na?«
Chantal schob die Unterlippe vor, überlegte ganz lange und doll und ich wurde schon ganz zappelig.
»Ohhhh, meiiiiin Gott! Du bist ja sowas von raffiniert! Da wär ich nie drauf gekommen! Die Bücher von dir MÜSSEN ja Erfolg haben mit sonem krassen Psäunym!«
»Jep!« Da hab ich genickt. »Du merkst auch alles, Chantal!«
Die is ne gute Freundin, die Chantal. Die glaubt an mich. Deshalb hab ich ihr mein größtes Geheimnis verraten: »Demnächst schreib ich noch ein Fantasy-Buch, wo es Einhörner mit so schlumpfartigen Wichteln treiben. Und der Held heißt Fark'hal'Brzakzendt.«
Wenn ich eins kann, dann ist es gute Namen aussuchen.
Stimmts?


Eure Mandy


Viel Spaß,
Eure Pat




Donnerstag, 15. Juni 2017

Gratis für Krimifreunde

Am 17.6. gibt es was für die Liebhaber von guten Kriminalromanen:
"Dante - Schattenspiel" ist kostenlos (statt 2,99 Euro)

Udo Walls ist Kriminalbeamter in Andernach. Er ist ein harter Hund, aber Überstunden, eine marode Beziehung und finanzielle Probleme schlauchen ihn.
Er muss in einem Mordfall ermitteln, bei dem das Opfer während einer schwulen SM-Party in einer Lagerhalle getötet wurde. 
Alle Beteiligten sind getürmt und haben einen Mann gefesselt zurückgelassen. Der junge Türke Dante fleht Udo an ihm zu helfen, denn er fürchtet um sein Leben.
Von diesem Augenblick an, gerät die Welt des korrekten Polizisten aus dem Lot, denn entgegen den Vorschriften hilft er Dante, 
der sich als der Bruder des Kölner Gangsterbosses Hamid Tapu entpuppt. 
Hat dieser die Finger in dem Mordfall? Und wie viel weiß der streng gläubige Moslem Hamid von den Umtrieben Dantes?
Udo beginnt ein gewagtes Spiel mit dem Ziel das Verbrechen aufzuklären und Dante zu helfen.
Das fällt ihm zusehends schwerer, denn er wird von seinen Gefühlen hin- und her gerissen. Das, woran er geglaubt hat, bricht nach und nach unter ihm weg. Und nun?




Zum Download bei Amazon

nur am 17.6. gratis







Sonntag, 12. März 2017

Buchvorstellung: Jetzt liest die Domina - Maison Luxure, ein prickelnder Krimi

Buchvorstellung:
Jetzt liest die Domina - Maison Luxure, ein
prickelnder Krimi



Pat McCraw in Latex.
Viel Spaß! :)


Hier gehts zum Video






Freitag, 16. Dezember 2016

Calzifer oder Der Geist im Ofen - Kurzgeschichte


Image by Draakh

Calzifer oder Der Geist im Ofen

- Kurzgeschichte -


Manche sagen, dass jedem Ding ein Geist innewohnt. Glaubst du das auch?
Man hört und sieht diese Wesen jedoch nur, wenn man die feinen Fühler ausfährt und einen Sinn für ihre Emotionen entwickelt. Liebevolle Pflanzenbesitzer werden das bestätigen.
   Obwohl aus Eisen, trutzig und unbeweglich, leben Geister auch in Öfen. Und gelegentlich hört man deren Stimme.
   So geschehen mit dem Geist Calzifer, der im Herz meines Hauses, einem dicken, eisernen Allesbrenner aus der Tschechischen Republik wohnt.
Calzifer futtert alles, ist normalerweise ein ruhiges und zufriedenes Wesen, das im Winter durch den Kamin tobt und im Sommer friedlich schläft. Wir kommen gut miteinander aus. Er sorgt dafür, dass sich die Adern meiner Wohnung erwärmen, und sich nicht nur die Bewohner, sondern auch die dicken Wände des Hauses wohlfühlen.
   Gestern jedoch war Calzifer verschnupft. Er war ungenießbar, qualmte aus allen Öffnungen und gab mir so zu verstehen, dass er krank war oder zumindest etwas mit ihm nicht stimmte.
»Gut, Calzifer«, sagte ich. »Du weißt, ich bin auf dich angewiesen und ich will weiterhin dein Freund sein. Deinen Kamin hat der Schonsteinfeger letztens geputzt. Also kann es das schon mal nicht sein.«
Da Calzifer ein ausgesprochen rußiger Geselle ist, bereitete ich mich auf meine Hilfeaktion vor. Alte Hose, feste Schuhe, Gasmaske, lange Gummihandschuhe.
Mit einem Ruck zog ich sein Rohr aus dem Kamin. Oh je, völlig verdreckt. Ich schob draußen die dicke Rundbürste hinein, zog sie heraus und die harten Teerbrocken flogen meterweit in die Gegend. Gut, das war getan.
   Es gehört zu einer Reinigung, Calzifer in den Allerwertesten zu fassen. Keine schöne Arbeit, das gebe ich zu. Aber Luftklappe und Züge müssen nicht nur von innen, sondern auch von der anderen Seite mit Drahtbürsten gereinigt werden.
»Perfekt«, sagte ich, setzte das Rohr an seinen Popo und steckte die Gegenseite in den Kamin. »Jetzt mache ich noch deinen Rost frei, dann kriegst du wieder Luft und wir sind wieder Freunde.«
   Gesagt getan.
   Danach zündete ich hoffnungsfroh ein Feuer an.
Pfui Teufel. Der Rauch kam zurück, er hüllte mich ein, drang durch sämtliche Ritzen des Hauses. Calzifer hustete und war weiterhin ungenießbar.
Schnell rannte ich und riss alle Fenster auf, stand ratlos vor ihm.
»Was willst du denn noch? Du bist doch sauber!«
   Grübelnd ging ich ins Haus, ließ ihn vor sich hin müffeln und überlegte. Ein Ofen hat ein ganz einfaches System: Unten Feuer, Rauch durch Kamin und fertig. War es das nebelige Wetter, das den Qualm zurückdrückte?

   Ich schlief schlecht in der folgenden Nacht. Calzifer und ich sind ein Team. Ich besuche ihn alle zweieinhalb Stunden und füttere ihn, wie ein kleines Kind, was er ja wahrlich nicht ist.
Am nächsten Tag spuckte ich noch mal in die Hände.
Was störte unsere Freundschaft?
Beherzt klettere ich aufs Dach zu seiner Reinigungsklappe. Steckte die Ofenbürste an dem langen, beschichteten Stahlseil hinein. Hoppla. Es rieselte, als ich sie den Kamin empor schob. Das war schon mal gut. Nach unten ging das Werkzeug nur einen Meter in das Stahlrohr. Dann kam eine Blockade. Ich nahm alle Kraft und drückte. Nichts. Kein Durchkommen.
Was war das? Hatte ich einen toten Vogel im Kamin? Da die Bürste auf der anderen Seite eine Kugel hat, drehte ich sie um und stieß sie mit Gewalt hinein. Etwas innen brach. Es konnte nur ein dicker Ruß-Klumpen gewesen sein.
Grummelnd stieg ich vom Dach. »Scheiß-Schornsteinfeger. Zu faul auch nach unten zu putzen. Kommt, verlangt eine Menge Geld und arbeitet miserabel.«
Ich stapfte zu Calzifer und sah ihn an.
»Ich denke mal, jetzt bekommst du wieder Luft. Lass es mal testen.«
Ich machte ein Feuer an.
Natürlich, Calzifer ist nur ein Ofen. Aber was danach kam, überraschte mich doch.
Ich hörte seine Stimme.
Sie pfiff. Laut und laaange. »Huuuui, danke!«
Ich lauschte gespannt. Ein Geräusch, wie nicht von dieser Welt. Die Stimme eines fremden Wesens. Dem langen Pfeifen folgte ein wohliges Brummen, dann war er still.
Ich sah in die Brennkammer. Alles war wie immer. Gleichmäßige, wunderschöne Flammen, ein kleiner Luftzug, der den Rauch wegnahm und durch den Kamin in den Himmel trug. Und ich sah einen zufriedenen Calzifer in seiner eisernen Wohnung, der mich glücklich Holz kauend angrinste.

©Pat McCraw 2016




Freitag, 11. November 2016

Still, still, still - weil's Kindlein schlafen will!



Still, still, still - weil’s Kindlein schlafen will!


Hier sitze ich an meinem Rechner vor meinen Büchern und Geschichten. Ach, wie lang habe ich daran gearbeitet, die treffenden Worte zu finden, habe tausende Seiten geschrieben, um zu lernen mich auszudrücken. Nun gehorchen sie mir, die Worte. Ich kann sie benutzen, um all das, was sich in meinem Kopf befindet, zu Papier zu bringen. Und viele, viele verstehen mich. Durchleben mit mir meine Geschichten.

Nun fällt es mir leicht zu beschreiben, wie sich die Hände der Heldin verkrampfen, wie schmerzhaft die Fugen der stahlblauen Fliesen in ihre Knie drücken. Ihr Held, ihr Geliebter hat sie gezwungen, dort vor ihm niederzuknien und zu verharren.
Ich finde die richtigen Worte, oh ja. Kann verdeutlichen, was ich denke und fühle. Aber ich schrecke zurück, wenn ich die Augen öffne, aus meinen Geschichten auftauche und die Wirklichkeit betrachte.

Es wäre mir ein Leichtes zu schildern, wie sehr ich es hasse, morgens auf dem Weg zum Bäcker von schwarzen Zuwanderern in dem Park vor meinem Haus angequatscht zu werden, ob ich Drogen kaufen möchte. Herrgott, wieso sind diese Kerle plötzlich dort, mitten in meinem Land? Jedes Mal laufe ich schneller aus Angst, sie könnten mehr von mir wollen als nur mein Geld. Ob ich mir in Zukunft lieber gefrorene Brötchen im Supermarkt kaufen soll?

Natürlich könnte ich auch erzählen, wie das liebe Mädel aus meinem Bekanntenkreis, Azar, eine Perserin, von ihrem Vater gezwungen wurde in den Iran zurückzukehren, nachdem sie ihre Kindheit in Deutschland verbracht hat. Ich könnte ihre Tränen und ihre Angst schildern, in ein Land zu fahren, das ihr nicht nur fremd ist, sondern dass sie als Frau, als Persönlichkeit auf unerträgliche Weise einzwängt.

Selbstverständlich könnte ich im Internet, wenn ich mit meinen Freunden bei Facebook chatte und radikale Kommentare finde, antworten: »Du solltest dich mäßigen, denn nur durch deine Ausdrucksweise setzt du dich ins Unrecht, obwohl deine Aussage sicherlich stimmt.« Ich könnte ausgleichend, schlichtend und aufklärend wirken. Denn ich beherrsche die Worte, die verändern könnten.

Ja, könnte.
Ich starre auf meinen Screen. Dort reitet meine Heldin in einer nebeligen Nacht von finsteren Gedanken gequält.
Natürlich könnte ich etwas in meinem sozialen Umfeld bewirken. Nicht viel, nur Kleinigkeiten. Aber ich mache es nicht. Was, wenn meine Nachbarn herausfinden, unter welchem Nick ich bei Facebook bin? Oh je, oder vielleicht sogar meine konservative Erbtante? Und das Schlimmste - was könnten meine Leser sagen? Die Geschichte von Azar. Man würde mich für eine Feministin halten. Oder die Dealer im Park. Oh Gott, mir bricht der Schweiß aus. Die Leute könnten denken, ich sei Rassistin! Als Folge davon würden meine Buchumsätze einbrechen. Bei dem Gedanken fangen meine Hände an zu zittern.

Ich könnte etwas verändern, könnte den Mund aufmachen, aber wenn so viele Nachteile auf mich lauern?
»Wer da?«, brüllt die Heldin in die Dämmerung. Ihre Stimme erstirbt in den winzigen Wassertröpfchen, wird aufgesaugt wie von einem nassen Schwamm. Sie ahnt, dass die schemenhaften Gestalten dort im Nebel ihre Häscher sind. So weit ist sie gekommen, wie tapfer hat sie gekämpft. Gegen alle Widerstände hat sie ihre Liebe verteidigt, ihre Ehre und ihr Land.

Und ich sitze hier und starre auf meinen Screen, auf meine Hände und bin einfach nur feige.



Pat McCraw 2016

Donnerstag, 5. Mai 2016

Die gute, alte Zeit ...

Heute geht es ausnahmsweise nicht um Bücher, sondern um etwas, das mir schon seit einiger Zeit auf dem Herzen liegt.

Die gute, alte Zeit .... Gab es so ein Deutschland wirklich nicht?

Die Frage, die mich in der letzten Zeit beschäftigt ist, wieso bei vielen, die sich das Programm der AfD ansehen, Sätze kommen wie: »Diese Partei will uns zurückführen in ein Deutschland von 1970, das es so nie gab.«
Ich bin sicher kein Fan der AfD, aber versuche, deren Bemühungen und auch deren Parteiprogramm unvoreingenommen zu betrachten. In einigen Punkten wie z.B. der Ablehnung der Homoehe stimme ich ihnen nicht zu. Aber muss ich sie deshalb als braune Brut verunglimpfen?

Was ich euch nun erzähle, schildere ich aus der Sicht einer einfachen Hausfrau, Mutter, Arbeitnehmerin und auch Selbständigen. Ich habe weder Politik noch Wirtschaft studiert, glaube aber, dass viele meinen Schlussfolgerungen zustimmen werden.

Ich bin 1955 geboren. Damals hatten die normalen Familien keinen Fernseher und nur die gut gestellten besaßen ein Auto. Ich erinnere mich, dass ein Ford der ganze Stolz meines Vaters war und man den VW Käfer liebte, der die Straßen bevölkerte.
Der Krieg war vorbei, jedoch nicht in den Köpfen der Menschen. Viele Alte erzählten von der Hungersnot und den Bunkern und Bomben. Ich konnte mir als Kind selbst ein Bild davon machen, denn in unserer Straße in Mainz waren noch etliche zerbombte Häuser, in denen wir wohl nicht spielen durften, es aber dennoch taten.

Die Menschen liebten ihren Ludwig Ehrhard mit der dicken Zigarre und waren in Aufbaustimmung. Wer konnte, der fuhr mit dem Auto nach Italien in Urlaub. Die Deutschen hörten sehnsuchtsvolle Lieder wie »Weiße Rosen aus Athen« oder Witziges wie »Drei kleine Italiener.«
Informationen bekam man damals aus dem Radio, der Zeitung und, ganz wichtig, abends, wenn man mit den Nachbarn vor den Haustüren saß.

Wir wohnten von 1955 bis 1961 in Mülheim/Ruhr. Dort war es noch Sitte, draußen zu sitzen. Nachrichten verbreiteten sich sehr schnell durch alle Straßenzüge. Jeder kannte jeden, sogar in den Städten.
Zum Fernsehgucken ging man in die nächste Kneipe, denn die Kneipenwirte hatten oft als Erste so ein Gerät. 1959 kam dann auch eins zu uns nach Hause. Mein Vater war total stolz. Es gab wohl nur ein Programm, aber die flimmernden Schwarz-Weiß Bilder wurde gierig aufgenommen. Das Kinderprogramm bekamen wir Kinder sorgfältig ausgesucht. Es war ein Erlebnis TV gucken zu dürfen. Tatorte fegten ganze Städte leer und die Fernsehsendungen wurden heiß diskutiert. (Erinnert euch an Anrüchiges wie Tutti-Frutti *grins*)

Sämtliche Feste wurden noch wirklich festlich begangen. Man hatte nicht viel Geld für große Geschenke. Also strickte und bastelte man bereits monatelang vor Weihnachten. Man freute sich über schön gemachte Holzkästchen oder selbstgestrickte Socken, liebte es gemeinsam Plätzchen zu backen.

Wir litten nicht, weil es nur an Sonntagen Fleisch auf dem Teller gab. Sonntag gab es den Kirchgang, gute Kleider wurden angezogen, prima gegessen. Werbung war im TV verboten. (Das übrigens meist um 12 Uhr nachts mit der Nationalhymne endete.)
An den Werktagen kochten die Frauen Dinge wie Milchreis als Hauptmahlzeit, es gab Hering mit Pellkartoffeln, Kartoffelpüree mit Spiegelei und andere einfache Gerichte.

Auch stanken wir nicht, weil nur samstags gebadet wurde. Man wusch sich jeden Tag, das war normal. Duschen gab es keine in den Häusern. An Elektrizität wurde gespart. Mädchen lernten in der Schule stricken, häkeln und nähen, Jungen werken. Sportunterricht wurde großgeschrieben und gefördert.
Ich war als Kind freiwillig im Schwimmverein und im Sportverein und bemühte mich, dort Leistung zu bringen. Denn da waren meine Freunde, und die Eltern sahen die ganzen Urkunden gerne.

Was übrigens auch selbstverständlich war, war die einhellige Meinung, dass Mütter zu ihren Kindern gehörten und möglichst nicht in die Fabrik. Die Frauen erzogen die Kinder und fanden das völlig normal. Wenn eine Frau  arbeiten gehen musste, weil das Geld nicht reichte, wurde getuschelt. Man schrieb das dem Mann zu, der nicht genügend Leistung brachte.

Foto von 1964


Wir zogen nach Mainz. Dort, in einem 7-stöckigen Mietshaus, war es anonymer.
Ich ging ins Gymnasium. Es war ein reines Mädchen-Gymnasium, was damals nicht als diskriminierend o.ä. gesehen wurde. Es war eine »Höhere Töchter-Schule«. Die Jungenschule, das Rabanus-Maurus-Gymnasium, war eine Ecke weiter. Dort startete man nicht mit Englisch, sondern mit Griechisch. Die Jungs wurden beäugt und bekichert.

Es gab inzwischen 3 Fernsehprogramme und etliche amerikanische Erfindungen schwappten nach Deutschland. Es gab keine Honig-Leckmuscheln mehr beim Bäcker, und man konnte auch keine einzelnen Bonbons mehr für einen Pfennig kaufen. Die Preise stiegen ununterbrochen.
Ich erinnere mich, dass Nyltest-Hemden als große Neuerung gefeiert wurden. Juhu! Die waren bügelfrei. Sie wurden aber nur gefeiert, bis man merkte, dass die Männer darin stanken wie die Büffel. Die Hausfrauen kehrten zu den Baumwollhemden zurück. Plötzlich gab es Fertiggerichte in Dosen, die den Hausfrauen das Kochen erleichtern sollten. Majoran und Thymian wurden zugunsten von fertigen Gewürzmischungen mit diffusem Inhalt aus den Küchen verdrängt.
Erst nach und nach wurden die zerbombten Häuser in meiner Straße wieder aufgebaut.

Ich war als Kind viel in meiner Stadt unterwegs. Wenn Schule und Sport mich nicht vereinnahmten, besuchte ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad Freundinnen. Zu Hause musste ich sein, wenn es dunkel wurde. Es waren natürlich auch damals schon Sittenstrolche unterwegs, nur wurde von ihnen nicht so viel Aufhebens gemacht. Erwischte man sie, sperrte man sie ein und fertig. Familiäre Desaster wie Kindesmissbrauch regelte man in der Familie und nicht in der Öffentlichkeit.

Zurück zu mir. Eines Tages kam ich in Mainz an einem Haus vorbei. »Haus der Jugend« stand darüber. Ich war 10 Jahre alt. Da ich nie auf den Mund gefallen war, ging ich hinein und fragte, was es damit auf sich hatte. Es war schlichtweg genial: Es gab Werkstätten und Kurse für einen minimalen Beitrag pro Monat. Man unterrichtete in Töpferei, Bildhauerei, Nähen, Emaillieren, Körbeflechten uvm. Man konnte bei einem bekannten Mainzer Künstler zeichnen lernen, Spiele ausleihen, sich auf der großen Bühne dort als Schauspieler betätigen, es gab eine Kids-Disco uvm.
Kinder, die im Haus der Jugend waren, hingen nicht auf der Straße herum. Sie waren in ihrer Freizeit völlig ausgelastet. Natürlich schleppte ich weiterhin riesige Büchermengen durch die Gegend, da ich in der Stadtbücherei Mitglied war und alles verschlang, was mir in die Finger kam.

Foto von 1962

Ein Telefon war ein stationäres Gerät und hatte eine Strippe. Wer außerhalb telefonieren musste, benutzte eine Telefonzelle.

Und was will ich sagen? Es ging uns gut. Wir waren wohl nicht ständig und überall erreichbar. Es gab nicht das Überangebot an Information, das man erst einmal sortieren musste. Kinder grüßten die Erwachsenen und zeigten Respekt. Nein, als Kind war das damals zeitweise nicht schön, denn Eltern waren noch der Meinung, dass sie mit Ohrfeigen und Schlägen auf den Po ihre Erziehungsmaßnahmen durchsetzen mussten. Auch Lehrer schlugen gelegentlich mit Rohrstöcken auf Kinderfinger, ohne angezeigt zu werden. Nichtsdestotrotz, was uns auf diese Art eingebläut wurde, saß.

Ich erinnere mich an einen Vorfall, den mir mein Mann erzählte. In Kruft gab es einen Lehrer, der zu viel schlug und dabei einmal einen Jungen verletzte. Einen Tag später war der Vater des Kindes in der Schule, nahm den Lehrer am Kragen und ohrfeigte ihn. Mein Mann erzählte, dass sie nach einer Weile gingen, denn es war langweilig geworden zuzusehen, wie der Lehrer gemaßregelt wurde, da die Ohrfeigen lange hagelten. Danach war besagter Lehrer einige Tage krank und kam dann in den Unterricht zurück, schlug aber keine Kinder mehr.

Kinder, die in den Gärten der Nachbarn Äpfel stahlen und sich dabei erwischen ließen, wurde der Hosenboden stramm gezogen. Niemand wäre jemals auf die Idee gekommen für so etwas die Polizei zu bemühen oder die Gerichte.
Tja, und was lernten wir in der Schule? Aufklärung gab es unter der Hand oder, so wie bei mir, durch meine Mutter, die dabei fast in den Boden versank.
Hitler und der Nationalsozialismus wurden möglichst totgeschwiegen. In Geschichte lernten wir, dass es ein riesiges Glück gewesen war, dass man die Türkeninvasion 1683 gestoppt hatte, denn sonst wären die Ungläubigen und Heiden in unser schönes Deutschland eingefallen. Nicht vorzustellen.
Meine Mutter war wohl, wie so viele, während des Krieges aus der Tschechei gekommen, aber war so wie all die Schlesier völlig akzeptiert. Sie war streng katholisch erzogen worden. Heiden wollte man keine in Deutschland. Als Kinder sammelten wir Silberpapier für die armen Negerkinder. Der einzige Farbige, den wir kannten, war das nickende Negerlein, das mit der Weihnachtskrippe aufgebaut wurde und den Sarottimohr.

Was ich mit meiner Erzählung sagen will. Es war eine heile Welt damals für mich als Kind. Wir besaßen keinen Luxus, duschten nicht jeden Tag, fraßen keine Unmengen Fleisch, waren nicht digitalisiert, die meisten Mütter konnten bei ihren Kindern bleiben und waren nicht gezwungen arbeiten zu gehen, weil das Geld nicht reichte.

 Das Wort »Umwelt« gab es schlichtweg nicht. Mein Vater kippe E605 fröhlich als neuste Errungenschaft in den Garten. Das Bewusstsein, dass das ständige Wirtschaftswachstum für unseren Planeten schädlich ist, musste erst wachsen, ist aber trotzdem auch 2016 leider nicht in allen Köpfen angekommen.

Wir hatten eine starke DM, auf die Deutschland verdammt stolz war. Die Mauer fiel. Anfangs war es gewöhnungsbedürftig mal jemanden in Bonn sächsisch sprechen zu hören. Aber da kamen Deutsche mit der gleichen Mentalität, die trotz der immensen Kosten, das Land letztendlich stärker gemacht haben.
Deutschland besaß eine Grenze, einen Grenzschutz. Man fühlte sich als Deutscher beschützt und geborgen.


2001 der Knick. Firmenpleiten, das Geld der Menschen wurde halbiert. Zumindest nach ihrem Gefühl. Vereintes Europa. Wollten wir das wirklich? Wir hatten uns gerade an die türkischen Stadtviertel in Köln und an die Pizzeria an der Ecke gewöhnt. Brauchten wir Rumänen, Bulgaren und Kroaten im Land? Müssen wir nun wirklich mit unserer Arbeitskraft für die Misswirtschaft vieler anderer EU-Länder den Hals hinhalten? Ist es wirklich so, dass wir in den nächsten Jahrhunderten für unser schlechtes Hitler-Gewissen in aller Welt bezahlen müssen? Nur mal zur Erinnerung. Ich bin 1955, 7 Jahre nach Kriegsende, geboren.

Wie einsam sind wir geworden mit unseren Smartphones. Die Gesellschaft krankt daran, dass die Menschen nicht mehr miteinander sprechen. Die Kinder sind von den Straßen verschwunden. Sie sitzen zu Hause vor ihren Computern. Oft sich selbst überlassen, da die Eltern arbeiten sind. Die Feste sind Konsumfeste geworden. Der Zusammenhalt, der nach dem Krieg deutlich spürbar war, ist verschwunden. Jeder denkt nur an sich und an das eigene Portemonnaie.

Angst ist das vorherrschende Gefühl: Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Angst, den Kindern könnte etwas zustoßen, Angst, weil in fast jeder Ecke der Welt Krieg, Folter und Ungerechtigkeit herrschen, Angst vor der Zukunft. Angst vor der Unfähigkeit der Politiker, denen man aufgrund der Medien quasi minütlich ihr volksverachtendes, lobbyistisches Verhalten nachweisen kann. Ja, es war einfacher das Volk zu bescheißen, als es nur die Zeitungen und drei Fernsehprogramme gab.

Ich selbst musste mich zwischen Beruf, Haushalt und drei Kindern zerreißen, weil wir es sonst nicht geschafft hätten. Nun habe ich einen Rentenanspruch von 292 Euro.


Und nun die Frage. Ist es wirklich so unverständlich, dass einige zurück wollen nach 1970 oder 1980? Zurück in die Zeit der starken D-Mark?
Ist es wirklich schlimm, was die AfD da fordert? Ich glaube nicht, dass sie die Frauen degradieren wollen, indem sie sie an den Herd zurückholen. Sie wollen ihnen den Luxus ermöglichen wieder möglichst lange für ihre Kinder dazusein. Brauchen wir nicht dringend eine Förderung der einfachen Familien? Manch junge Familie arbeitet rund um die Uhr und kann sich keine zwei Kinder leisten.
Ist es wirklich so unverständlich, dass sie die sonntäglichen Kirchenglocken nicht durch Muezzinrufe übertönt haben wollen?

Das wollte ich euch mal zum Nachdenken geben.

Eure Pat McCraw

Mittwoch, 16. März 2016

Schreibblockade? Nein, danke!



Schreibblockade, Frustration und Stagnation.Autoren, lasst es nicht zu! Holt euch eure Freude am Schreiben zurück!

Kurz, knackig, spritzig. 
Seit ich kurze Geschichten, kleine Bücher, schreibe, geht es mir wieder gut.

Kennt ihr das auch? Ihr kommt bei eurer Schriftstellerei an einen Punkt, an dem sich Frust breitmacht. Man schreibt 200-300 Seiten, braucht dazu Monate, bringt das Buch heraus. Es positioniert sich mehr oder weniger gut, rutscht aber nach einiger Zeit nach unten, bis es kaum noch sichtbar ist. Man kämpft noch einige Zeit mit etwas Werbung, mit 99 Cent Preis, dann gibt man das Buch auf. Geld für Lektorat und Cover, hunderte Euros - sie sind knapp oder gar nicht eingespielt. 

Man schaut in die Top 100: Dort sind immer die gleichen Namen. Bücher dieser Autoren werden unbesehen sofort gekauft. Halten sich länger, spielen ihr Geld locker ein. "Nun ja", sagt man sich. "Das schaffe ich auch noch. Ich muss nur fleißig sein." Dort auch das nächste Buch läuft nach dem oben beschriebenen Turnus.

Du kommst an den Punkt, an dem du dir überlegst, die Feder hinzuwerfen. An dem war ich auch.
Bis zu dem Tag, als ich mit meiner Tochter über meine Geschichten sprach, die in meinem Kopf herumgeistern. Ich erzählte ihr eine Kurzgeschichte, und stellte plötzlich fest, dass ich mich wieder begeistern konnte. Ich hechtete an meinen Rechner, schrieb sie nieder. Das ging schnell und machte Spaß. Also schrieb ich noch eine Idee. Wieder eine kurze Geschichte. Ich war happy. 

Dann brachte ich die kleinen Büchlein auf den Markt. Und es ist mir schnuppe, was mit ihnen geschieht. Rutschen sie ab, ist es kein großer Verlust. Mein Kopf ist voller Ideen.

Der angefangene historische Roman (100 Seiten stehen bereits) soll 300 Seiten bekommen. Mir erscheint das Buch dröge. Ich habe keine Lust mehr dort anzusetzen, zu recherchieren, zu formulieren, Monate damit zu verbringen.

Was ich damit sagen will. Kommt ihr an diesen Punkt, lasst das Buch liegen. Wenn es nicht mit Herz geschrieben ist, wird es auf keinen Fall Erfolg haben. 

Macht einfach mutig etwas anderes.
Viel Erfolg!

Eure Pat McCraw


Sonntag, 10. Mai 2015

Sinn und Unsinn von Buch-Rezensionen



Wenn mich vor einigen Jahren jemand gefragt hätte, ob er in dem Laden, in dem er ein Buch gekauft hat, seine Meinung zu dem Werk schreiben sollte, ich hätte auf jeden Fall mit Ja geantwortet.

Heute, nachdem ich den Buchmarkt von all seinen positiven und negativen Seiten kennengelernt habe, würde ich diese Frage eher verneinen.
Warum? 
Schriftstellerei ist eine Kunstform. Das ist wohl unbestritten.
Natürlich sollte man, bevor man ein Bild malt, wissen, dass Gelb und Blau Grün ergeben. Und so sollte man auch beim Schreiben orthografisch und grammatikalisch sicher sein.
Ein Romanschreiber kann sich die Arbeit erleichtern, indem er zusätzlich das Schreib-Handwerk erlernt. 
Letztendlich sind jedoch immer eine ausgezeichnete Story und die Atmosphäre eines Buches ausschlaggebend. Sie sind die Dinge, die den Leser fesseln und dazu bringen das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können.

Ich vergleiche Bücher gern mit Computerspielen. Es gibt alte Spiele, die aus groben Pixeln bestehen, die aber eine derartig dichte und einnehmende Ausstrahlung haben, dass sie einen in die Story ziehen und das Geschehen hautnah miterleben lassen. Aber da sind auch technisch perfekte, teure Computerspiele, die einen langweilen, kalt lassen und die man dann frustriert ausmacht, weil sie nichts transportieren konnten, die Story lahm war und die Helden öde.

Es ist also nicht die Perfektion, die gute Kunst ausmacht.
Was also ist es?
Natürlich, es ist der persönliche Geschmack. Der eine kann nicht ohne 3D leben, der andere bekommt graue Haare, wenn jemand Fahrrad mit einem "r" schreibt.
Wie sagt man so schön: "Kunst liegt im Auge des Betrachters" und "Was dem ein sin Uhl ist dem anderen sin Nachtigall".

Um zu den Büchern zurückzukommen. Man liest ein Buch und findet es toll. Man hätte die Möglichkeit den Verlag oder den Autor selbst anzuschreiben. Aber nein, man äußert sich in dem Shop, in dem man es gekauft hat. Auch auf das Risiko hin, dass der Autor sie dort niemals finden und lesen wird. Man veröffentlicht seine eigene Meinung.
Ja, werden einige sagen, Meinungsfreiheit ist unser höchstes Gut.
Aber, wie ich meine, birgt sie auch Verantwortung.
Also frage ich mich: Ist meine Meinung wirklich so wichtig, dass ich sie allen Leuten unbedingt mitteilen muss?

Nehmen wir den umgedrehten Fall: Ein Buch gefällt mir gar nicht.
Ich schreibe in dem Shop: "Grauenvoller Schund", wohl wissend, dass andere vielleicht eine gegenteilige Meinung haben.
Warum mache ich das?
Ein Grund könnte sein, dass ich den Autor "erziehen" will. Er soll nie wieder eine Tastatur anfassen. Man will ihn beleidigen und entmutigen, im besten Fall will man ihn anspornen seinen Stil zu ändern oder seine Gedanken zu sortieren. Vielleicht hat man aber auch nur einen Hals auf ihn weil er so heißt wie die Lehrerin, die einen am gleichen Tag geärgert hat. Für negative Rezensionen kann es tausende Gründe geben.
Natürlich hätte man auch die Möglichkeit, den Verlag oder den Autor selbst anzuschreiben. Aber das macht man nicht, denn so müsste man ja namentlich zu dem stehen, was man da kritisiert. Das erfordert Mut. Also nutzt man lieber die vermeintliche Anonymität des Internets um aus dieser Position zu schießen.

Ich, als mündige Leserin, stehe also vor einem Buch mit positiven und negativen Rezensionen. Was denke ich? Ich für meinen Teil lese mir einige der Kommentare durch und denke "Mein lieber Rumpelstilz, Amazon-User, Buchmaus oder wie auch immer. Ich werde mir meine Meinung garantiert selbst bilden. Du hast dir die Mühe gemacht, den Autor einzustampfen oder zu loben. Ich kenne die Gründe dafür nicht.  Jedoch scheint das Werk wirklich interessant zu sein. Denn sonst hättest du ja keine Zeit und Mühe verschwendet, dich hier zu äußern." Also betrachte ich das Cover genauer und lese ich auf jeden Fall schon mal die Leseprobe. 
Und siehe da, einige Bücher finde ich toll und kaufe sie.
Fazit: Egal ob man einen oder fünf Sterne vergibt, man macht das Buch für andere Menschen interessant.
War das mein Ziel, als ich die Rezension geschrieben habe?
Nein.
Ich wollte loben, niedermachen und/oder mich selbst profilieren.
Und genau das sind die Gründe, warum ich heute die Frage nach Rezensionen mit "Nein" beantworten würde, völlig unabhängig davon, dass ich als Autor selbstverständlich gerne die Meinung meiner Leser kennen möchte.



Eure Pat McCraw





Freitag, 27. März 2015

Wie weit darf Werbung gehen? Eine kleine Betrachtung von Pat McCraw.

Was ist gute Werbung?
Das ist die Frage, die sich garantiert täglich Werbeagenturen dieser Welt stellen.
Und das ist auch das Problem, vor dem man als Self-Publisher heutzutage steht, denn wie heißt es so schön? Wer nicht wirbt, der stirbt.

Die wenigsten Autoren besitzen eine Ausbildung in Werbung und Marketing. Deshalb herrscht allgemeine Verunsicherung wie man die eigenen Werke bewerben soll, um sie an den Leser zu bringen. Jeder sollte da möglichst feinfühlig für sich den richtigen Weg finden, denn Werbung darf nur bis zu einem gewissen Grad nerven und aufdringlich sein.

Im Social Media, sprich bei Facebook, G+, Twitter, Instagram usw. bekommt man kaum Rückmeldung von genervten Werbeopfern. Wenn man übertrieben hat, gespammt hat, sieht man das lediglich an der Liste der Follower und Freunde, die sich allmählich reduziert. Es ist deshalb ratsam, diese im Auge zu behalten.

Bei Facebook gibt es ein hübsches Tool, dass einem flüchtende "Freunde" zeigt. Es ist eine App namens unfriend-checker.com

Nun werden einige fragen: "Wie soll ich denn nun werben, damit meine Bücher nicht in dieser riesigen Bücher-Flut untergehen?"
Wie schon gesagt, muss jeder, je nachdem in welchem Genre er schreibt, seinen eigenen Weg finden. Ein Buch über Tulpenzwiebeln wird man natürlich völlig anders bewerben als ein erotisches Werk.
Schwierig, ich weiß. Auch ich befinde mich in dieser Hinsicht in einem ununterbrochenen Lernprozess.

Grundsätzlich würde ich sagen, dass es zwei Arten von Werbung gibt: positive und negative.
Ich für meinen Teil habe mich dafür entscheiden, als positiver Mensch aufzutreten und nicht durch Skandale und Streitereien aufzufallen.

Mir sind in der letzten Zeit einige "News" aufgefallen, in denen Autoren ihnen entstandenes Unrecht lauthals beklagen oder sogar von Straftaten sprechen, die ihnen aufgrund ihrer vermeintlichen Popularität widerfahren wären. Die empörte Leserschaft stellt sich sofort auf die Seite des Autoren, streichelt sein Ego, verspricht Trost-Bücher zu kaufen, schreibt Artikel über diesen Vorfall und verbreitet ihn weiter. Das ist rührend, aber tut diese Art Publicity wirklich not?

Wenn man ganz genau liest, dann entdeckt man Stimmen, die dieses öffentliche Breittreten kritisieren und als Werbemaßnahme deuten. Das mag völlig unzutreffend sein, aber in einer Neid-Gesellschaft wie unserer muss man mit solchen Reaktionen rechnen. Als Autor, der man neue Leserschaft gewinnen möchte, sollte man sich drei Mal überlegen, ob es nicht besser ist, diese Geschehnisse im ausgewählten Freundeskreis zu diskutieren, anstatt sich das Wort "Opfer" auf die Fahne zu schreiben, denn das ist in jedem Fall? Richtig: Negativ-Werbung.

Was sind Beispiele für positive Werbung? Unabhängig von der Zielgruppe würde ich sagen:
Erfreuliche Nachrichten aus dem eigenen Leben, gute Rezensionen, außergewöhnlichen Erfolg mit den Büchern, unterhaltsame Gewinnspiele, witzige Grafiken, schöne Cover, alle Arten von Verschenk-Aktionen, Fotos zufriedener Leser mit dem Buch in der Hand, interessante Interviews. Mit Spaß an der Sache, Fantasie und Eigeninitiative lässt sich diese Liste beliebig fortsetzen.

Wie schon gesagt, bei all diesen Maßnahmen sollte man den Spam-Faktor nie aus dem Auge verlieren und sich nicht scheuen, gute Bekannte anzusprechen und nachzufragen, ob man an irgendeiner Stelle übertrieben hat oder negativ aufgefallen ist. Also immer gelegentlich inne halten und fragen: Was für ein Bild haben die anderen von mir? Lass dich von deiner Intuition leiten.

Natürlich sind persönliche Kontakte auf Lesungen und Buchmessen der beste Weg, um anderen ein Bild von sich selbst zu vermitteln. Aber den größten Teil unserer Zeit bewegen wir uns ja hier - im Social Media.

Also: BE POSITIVE! :)
Viel Erfolg!

Deine Pat McCraw



Montag, 23. März 2015

Papierbuch oder E-Book? Was ist besser?

Diese Frage wird immer und immer wieder in den Facebook-Büchergruppen gestellt und bis zum Abwinken diskutiert. Ein Grund, dieses Thema auch einmal hier aufzugreifen.

Überlegen wir doch einmal: Wir sind Leser und leben im 20. Jahrhundert mit einer Vielfalt an Medien. Einige davon, wie zum Beispiel die Tageszeitungen, haben einen schweren Stand, denn bekommen wir nicht die Nachrichten täglich im Radio, Fernsehn und via Internet auf unsere Rechner und Smartphones serviert?

Nun wird so mancher sagen: "Niemals lasse ich mir die Freude daran nehmen, meine Zeitung erwartungsfroh aus dem Briefkasten zu holen und mich gemütlich mit ihr bei einem Kaffee an den Küchentisch zu setzen. Es gehört zu meinem Ritual, dass ich den Sportteil zuerst lese, die Arme hoch halte, bis sie schwer werden und dann irgendwann das Papier knicke, um die Zeitung auf den Tisch zu legen. Habe ich sie gelesen, taugt sie noch dazu den Mülleimer auszulegen oder den Ofen anzumachen. Bleibt mir weg mit eurem digitalen Kram!"

Natürlich wird diese Rede unseren Mitbürger nicht daran hintern, dem Ritual der Tagesschau um 20.15 Uhr im ARD mit einem gepflegten, abendlichen Bierchen zu genießen.
Es sei ihm gegönnt.

Und es sei der Leserin im Schaukelstuhl mit dem Leseknochen auf den Knien gegönnt, sich einen 800-seitigen Wälzer zu verinnerlichen. Mögen wir nicht den Anblick einer Schülerin, die im Bus auf ihrem Tablet oder ihrem Handy den neusten Harry Potter verschlingt? Ist nicht die alte Frau mit dem Nasenschutz unter ihrem Sonnenschirm am Strand köstlich, wie sie mit gespannter Miene ihren Reader hält und zwischendurch laut lacht?

So hat jeder sein Ritual und seine lieben Gewohnheiten. Und gleichgültig welches Medium wir benutzen, um spannende, lustige oder traurige Geschichten genießen oder uns rund um die Uhr zu informieren oder bilden – alles ist erlaubt und legitim. Jedes Tierchen hat sein Pläsierchen.

Also lasst uns einfach weiter lesen. Jeder so wie es ihm gefällt.

Eure
Pat McCraw




Dienstag, 17. März 2015

Der Buchmarkt und seine Abkürzungen

Oftmals stehen Autoren und Leser mit fragendem Gesicht vor den Abkürzungen, die sich unter Autoren und Lesern eingebürgert haben. Deshalb möchte ich heute einmal die gängigsten auflisten und "übersetzen":


BoD = Books on Demand
CS = Create Space
DKZV = Druckkostenzuschussverlag
DNB = Deutsche Nationalbibliothek
EÜR = Einnahmen-Überschuss-Rechnung
EVT = Erstveröffentlichungs-Termin
FBM = Frankfurter Buchmesse
GuV = Gewinn- und Verlustrechnung
HC = Hardcover
Hybrid = SPler, der auch bei Verlagen veröffentlicht
ISBN = Internationale Standardbuchnummer
ISSN = Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke (engl. International Standard Serial Number)
KNO oder KNOe = Koch, Neff & Oetinger Verlagsauslieferung GmbH
KDP = Amazons Ebook Programm
KDPS = Kindle Direct Publishing Select
KOLL = Kindle Owners Lending Library (betrifft geliehene E-Books)
KU = Kindle Unlimited
LB = Lovleybooks
LBM = Leipziger Buchmesse
LGBT = Lesbian, Gay, Bisexual, Trans Gender
LLC = Love Letter Convention
NA = New Adult Genre
SuB = Stapel ungelesener Bücher
SFF = Science Fiction / Fantasy Genre
SP = Self-Publishing
TB = Taschenbuch
VLB = Verzeichnis Lieferbarer Bücher
YA = Young Adult Genre



Brandneue, weiterführende Literatur kommt von W.R. Frieling: 
ABC DER VERLAGSSPRACHE: 3.500 Begriffe aus dem Buch- und Verlagswesen 







Sonntag, 8. Februar 2015

Taschenbuch? E-Book? Verlags-Veröffentlichung? Tipps für Autoren.

Taschenbuch? E-Book? Verlags-Veröffentlichung?


Eben habe ich bei Facebook wieder eine jubelnde Autorin gesehen, die einen Verlagsvertrag für eines ihrer Bücher abgeschlossen hat. Das hat mich zum Nachdenken gebracht.

Man sollte auf jeden Fall bei einer Veröffentlichung, die Verwaltung der Print-Rechte und E-Book-Rechte trennen. Warum erklärt der folgende Artikel:

Wenn einem das Angebot vorliegt, ein Taschenbuch bei einem Großverlag unterzubringen, sollte man keinesfalls zögern. Denn was hat ein Self-Publisher in dieser Hinsicht für Möglichkeiten?

1) Man kann das eigene Werk selbst setzen oder setzen lassen (Buchsatz ist etwas für Fachleute) und es dann an eine Druckerei geben. Es gibt inzwischen sehr gute und preiswerte Firmen, die auf Kleinauflagen spezialisiert sind. Eine günstige Druckerei ist z.B. http://www.sowadruk.pl/?lang=de

Danach steht man vor einer Kiste voller Bücher, die man über Amazon Marketplace und Ebay verkaufen, oder bei Lesungen loswerden kann.
Hier entsteht das Problem, dass man mit einem solchen Handel gewerbepflichtig wird.

2) Man veröffentlicht mit BOD & Co. mit dem Nachteil, dass die Bücher wohl über die stationären Buchhändler bestellbar sind, aber dort in den wenigsten Fällen ausliegen werden. Der Kunde muss in den Laden kommen und danach fragen.

3) Create Space. Das Buch wird »On Demand« gedruckt, ebenso wie bei BOD. Es ist nur über Amazon erhältlich. Der Autor kann preiswerte Autorenexemplare in den USA bestellen.

Bei diesen drei Möglichkeiten wird einem nur bei Punkt 2) eine deutsche ISBN bereitgestellt. Sollte man einen Eintrag in das VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher) wünschen, braucht ein Werk unbedingt eine deutsche ISBN, die man als Privatmensch für ca. 70 Euro/Stück erwerben kann. Gründet man einen Selbstverlag, ist es möglich, die ISBNs preiswert im Paket zu kaufen. Ein eigenständiger Eintrag in das VLB kann nur von Verlagen getätigt werden.

Fazit: Alles in allem sind obige Punkte gute Gründe, bei einem Papier-Buch eine Verlags-Veröffentlichung zu bevorzugen. Dadurch erhält man zumeist den Rundum-Service wie Lektorat, Korrektorat, Cover und Veröffentlichung. Aber auch hier ist die Chance, in den Läden auszuliegen, gering.

PS: Auf Verlage, die die Bücher über BOD ziehen, kann man sehr gut verzichten.





Nun zu den E-Books.
Ich bin der Meinung, dass kein Mensch einen E-Book Verlag braucht. Warum?

Der Vorteil, durch einen Verlag ein kostenloses Lektorat zu erhalten, wiegt den Freiheits-Verlust nicht auf. Oft greifen die Verlage tief in den Inhalt eines Buches ein, bestimmen das Cover und man hat wenig Mitsprache-Recht. Man muss sich nach dem Arbeits-Rhythmus des Verlags richten, d.h., dass man oftmals monatelang auf die Herausgabe wartet.

Für mich das schwerwiegendste Argument gegen einen E-Book-Verlag ist die fehlende Möglichkeit im Nachhinein noch etwas am Klappentext/Cover/Inhalt des Buches ändern zu können sowie die zumeist mangelnde Werbung. Hat so ein Verlag seine Lektorats- und Veröffentlichungspflichten erfüllt, ist der Autor in den meisten Fällen auf sich selbst gestellt. Die Erfahrung zeigt, dass die Verlage ungnädig reagieren, sollen im Nachhinein Änderungen vorgenommen werden. Sie machen keine Preis-Aktionen, setzen die Bücher halbherzig in irgendwelche Kategorien und kümmern sich nicht darum, das Buch nach oben zu bringen. Das kann nur der Self-Publisher.

Der Self-Publisher muss wohl selbst für das Cover, das Lektorat/Korrektorat sorgen, aber hat den Termin für die Veröffentlichung in Griff. Er kann Sonder-Aktionen planen, in den Büchern Werbung schalten, Korrekturen vornehmen, in Kategorien umschichten, wenn er sieht, dass ein Buch in der gewählten Sparte nicht läuft. Und er hat die Möglichkeit, ganz wichtig, den Preis zu gestalten, den er auch niedrig halten kann, denn es ist ja kein Zwischenhändler (außer Amazon oder dem Distributor) am Gewinn beteiligt.

Fazit: Die Chancen mit einem E-Book den Markt zu erobern, sind ohne einen Verlag um einiges höher.

PS: Eine Einschränkung muss ich machen. Amazon arbeitet nun mit Amazon Publishing ebenfalls als Verlag. Sich quasi an der Mutterbrust einzunisten, kann Vorteile mit sich bringen. Es gilt, sie abzuwägen.


Pat McCraw2015







Sonntag, 25. Januar 2015

Sind Bücher legale Drogen? Ein Blick in die Buchmarkt-Straße.

Letztens kam ich auf die Idee, statt eines Buchcovers mit dazu gehörendem Link ein Foto von einem Stapel neuer Bücher zu posten. Der attraktive Sammelband »Duocarns - Die fantastischen Sternenkrieger« war aus den USA hier eingetroffen.
Dieses Bild postete ich in einer der größten Bücher-Gruppen von Facebook und erhielt sofort begeisterte Reaktionen und Nachrichten, ob man denn so einen Band auch signiert bekommen könne. Es waren Leserinnen darunter, die es kaum erwarten konnten, das Werk zu erwerben.
Das hat mich zum Nachdenken gebracht.

Leser sind Süchtige, und ich bin zu einem Dealer geworden, der diese Sucht befriedigen will. Das hört sich im ersten Moment negativ an, aber es handelt sich ja hier um legale »Drogen«, jedoch nichtsdestotrotz um ein bizarres Geschäft.

Womit deale ich denn da? Mit Geschichten, die meiner Fantasie entsprungen sind. Und je geschickter ich diese Storys gestalte, um so suchtauslösender wirken sie auf andere.

Ich erinnere mich, bei der Black Dagger Serie in ein regelrechtes Fieber geraten zu sein. Ich konnte es kaum erwarten, die Folgebände zu verschlingen, habe die Büchersendungen mit fliegenden Händen aufgemacht und mir die Zeit zum Lesen gnadenlos freigeschaufelt.

Nun habe ich meine eigene Buchserie und versetze andere ebenfalls in diesen irrwitzigen Zustand. Manchmal schlägt mein schlechtes Gewissen, denn packe ich nicht absichtlich Cliffhanger und Leseproben vom Folgeband in fast jedes Buch, um die Gier nach der Geschichte weiter anzuheizen?

Ja, ich bin ein Dealer geworden. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur sagen, dass ich die Menschen wenigstens nicht gesundheitlich schädige. Nein, im Gegenteil, ich erfreue sie mit Welten und begeistere sie mit Helden, denen sie ohne mich niemals begegnet wären.



Heutzutage ist der Weg  mit Geschichten zu handeln, jedem offen, der einen Stift halten oder eine Tastatur bedienen kann. Manchmal stelle ich mir den Buchmarkt wie eine Straße in einer gigantischen Stadt vor. Da gibt es Häuser mit glänzenden Fassaden, in denen Menschen nichts anderes tun als Bücher zu produzieren, wobei es dort auf den Marktwert und weniger auf den Inhalt einer Geschichte ankommt. Das sind Groß-Dealer. Aus ihren Toren rollen hochwertige Wagen mit prangenden Logos und bedienen die Menge.
Dann sind da die Wohnungen mit den fleißig tippenden Menschen, die ihre Geistesergüsse an die Großdealer verschachern, damit sie nichts anderes tun brauchen, als ihre Gedanken zu Papier zu bringen. Ich sehe in meinem geistigen Auge die bunten Glaslampen in ihren Fenstern, die hochwertige Einrichtung, die Sicherheit verspricht.

Schauen wir weiter die Straße entlang, bemerken wir, wie die Häuser bescheidener werden. Dort schreiben auch Menschen. Gelegentlich öffnen sie die Haustür und schieben ein Buch hinaus. Über ihren Türen stehen Namen von bekannten Self-Publishern. Die Menge wartet bereits, dass sich die Tür auftut und sie ein Stück Droge erhaschen können. Die Dealer lächeln und kennen viele der Süchtigen mit Namen.

Lasst uns weiter gehen. Nun sind die Gebäude aus vom Ruß des Straßenverkehrs schwarz angehauchten Ziegelsteinen. Kleine Straßen kreuzen. Gelegentlich treten aus den Haustüren oder verwinkelten Gassen Dealer mit Büchern. »Willst du nicht meinen Liebesroman kaufen?«, fragen sie die Passanten. »Ich verspreche dir, dass er dich begeistern wird.«
Die Süchtigen schleppen in dieser Gegend riesige Stapel ihrer Lieblingsdroge mit sich. Man hat sie bei den Großhändlern und Namhaften bereits bestens versorgt. Sie lassen sich vielleicht  erweichen, noch ein besonders schönes Stück mitzunehmen, denn sie wissen, dass sie auf dem Nachhauseweg bald die Slums erreichen und es dort unangenehm wird, Drogen zu erwerben.

»Psst!« Dicht gedrängt stehen die Anbieter, drängeln, sodass der Süchtige kaum verstehen kann, was sie verkaufen wollen. Man zeigt ihm schlechte Ware, zusammengebraut und kaum genießbar. »Kauf das! Und wage dich, das Angebot des nächsten Dealers auch nur zu betrachten!« Dabei schubst er seinem Nebenmann die Ellenbogen in die Rippen und versucht, ihn in einen Hausflur zu drängen.
Der schwer beladene Süchtige sucht das Weite. Wer mag es ihm verübeln?

Und ich? Ich sehe ihm nachdenklich hinterher. Ich bin die ganze Zeit hinter ihm gelaufen, in meiner Tasche ebenfalls ein Stückchen seiner Lieblings-Droge. Ich setze mich auf den Randstein und überlege, was diese Straße mir sagen will.


Pat McCraw 2015