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Samstag, 7. Dezember 2013

Platzhalter? Was ist das? (Self-Publisher Satire)




Wie wird die Self-Publisherin Mandy ihr Problem lösen?Lies es JETZT!



Hallo Leute!
Seit ich diese schwulen Rammelbücher schreibe, bin ich echt im Dauerstress.
Um so mehr genieße ich die gemütlichen Stunden ein Mal wöchentlich bei Chantal im Nagelstudio. Da können wir in Ruhe Schlachtpläne aushecken. Gelegentlich gibt dann auch mal eine der wartenden Kundinnen wertvolle Kommentare.
Heute morgen war wieder so ein inspirierendes Treffen. Chantal hatte mir die Nägel gemacht und zwei von den rosafarbenen, naturgetreuen Penis-Kerzen angezündet, weil ja am Sonntag zweiter Advent ist. Also saßen wir nach getaner Arbeit (jetzt zieren rosa Schleifchen auf den Nägeln) mit zwei anderen Kundinnen bei einem Prosecco.
»Mädels! Ich hab ein Problem.« Meine elitären Zuhörerinnen waren genau das richtige Publikum, um das mal anzusprechen. »Ich habe ja inzwischen 178 Bücher a 16 Seiten zu 1,58 Euro auf dem Markt. Sie gehen weg wie warme Semmeln.« 
Das war wohl etwas übertrieben, aber da mir die Damen an den Lippen hingen, konnte ich ein bisschen dicker auftragen. »Mein Problem: Mir fällt nix mehr ein. Beim Gay- und Hetero-Kram, habe ich schon sämtliche Stellungen durch, sogar an den dollsten Orten.« Ja, jetzt musste ich doch raus damit... »Ich hab Leerlauf. Keine Ideen. Boah, Mädels, ich hab Ödness in der Birne. Das ist nur ne Phase, bestimmt und die hört auch wieder auf, aber ich ...« Schnaufend unterbrach ich mich und blickte in die Runde. An den nachdenklichen Gesichtern war klar zu erkennen, dass ich den richtigen Denkprozess in Gang gesetzt hatte.

Chantal erwachte zuerst zum Leben. Sie hob den Arm und schleuderte ihn in der Luft herum, wie in der Schule nach der Devise Herr Lehrer, Herr Lehrer! Ich weiß was!
Klar, dass ich Schülerin Chantal als Erste dran nahm.
»Ja, Chantal?«
»Ich hab letztens einen Porno mit Herbert gucken müssen. Er meinte, das wäre lehrreich für mich. Also, da hat ein Typ in einer vollen Badewanne gelegen, der hatte einen Schwimmring unterm Arsch. Der war auch noch rosa mit lauter Entchen drauf ‘kicher’. Und seine Tussi, in weißen Bademeister-Klamotten ... aber richtig sexy – mit Titten halb raus und so – hatte ne Trillerpfeife im Mund und hat immer gepfiffen. Und jedes Mal hat der Schwanz sich bewegt wie so ein Wurm. Und dann hat sie die Pfeife weggelegt und hat dem ein Kondom über gezogen mit DRLG Flagge drauf. Und danach hat sie ...«
An diese Stelle musste ich sie unterbrechen.
»Chantal, meinste Schwule machen so was auch? Schwanz-Rettungsspielchen?«
Die ganze Gemeinde schüttelte einstimmig den Kopf. 
Stille.
»Und wie wäre es, wenn ich bei anderen Autoren einfach die Ideen klaue?«, überlegte ich laut. 
Ein Strahlen erschien auf den vom Überlegen hochroten Gesichtern. »Ich kenne da einen, das ist sogar ein echter Mann, und der ist auch noch schwul. Der Jochen Piesack. Sein Pseudonym ist Karl Piesack. Der schreibt so einen gefühlvollen Gay Romance Heulkram mit langweiligem Getue über 500 Seiten - fickt er ihn oder fickt er ihn nicht? Zum Gähnen. Trotzdem könnte ich einige Stellen kopieren und zwischen den ganzen Kitsch setze ich dann ein paar meiner alten, saftigen Sex-Szenen. Das merken die Leser eh nicht. Und wenn jemand den Klau bemerkt, sage ich einfach, das wären Platzhalter und da käme noch mein eigener Text hin. Was meint ihr?«
Chantal legte den Kopf schief, um volle Gehirn-Kapazität zu erhalten. Nach fünf Minuten knisternder, erwartungsvoller Ruhe runzelte sie bedrohlich die Stirn: »Ein schwuler Mann, der Gay Romance Bücher veröffentlicht? Meinste der hat überhaupt Ahnung von dem, was er da schreibt?«
DAS hat selbst mir die Sprache verschlagen!


Eure Mandy


©Pat McCraw2013

Donnerstag, 28. November 2013

Nur zu Hause: Blowjob oder Blubberblasen



Nur zu Hause: Blowjob oder Blubberblasen?

(aus dem aufregenden Leben einer Self-Publisherin)

Was hatte Bernd sich wohl dabei gedacht, als er ihn in der Gay-Bar »Hattehätte« eingeladen hatte?
Guy stand wie angewurzelt an der Tanzfläche, als hätte ihn der Blitz getroffen. Hatte er aber nicht. Nein, es war der Blick von Harry. Der hätte ihn fast vor Sehnsucht sterben lassen, hätte sich nicht vorher sein Schwanz gemeldet. »Hättest du nicht Lust auf mich?« Das sagte Guys grüner Silberblick, den Harry zum Schmelzen gebracht hätte. Leider hatte Harry seinen Blick nicht verstanden. Verflucht! Hätte Harry es besser kapiert, wenn er etwas gesagt hätte? Also musste Guy diesen Fehler korrigieren. Er marschierte vor Harry. Hatte der sexy, unauffällige Hüftschwung Eindruck geschunden? »Ich hatte versäumt dir zu sagen, dass ich noch nie so eine scharfe Sahneschnitte wie dich gesehen hatte. Harry, das hat mich derartig geil gemacht. Ich wäre am Liebsten über dich hergefallen, aber dachte, dass hätte dann doch zu unanständig gewirkt. Deshalb hatte ich die Idee, dich zu fragen, ob ich dir einen Blasen darf. Nur so.«
»Klar, Keule, das hatte ich auch direkt im Sinn, als ich dich gesehen hatte. Komm, wir gehen in den Darkroom.«
War es nicht das, wovon Guy immer geträumt hatte? Sich vor Harry knien zu dürfen um seinen stattlichen Riemen in den Mund zu nehmen? Das Ding hatte soooolche Ausmaße. Niemals hätte Guy gedacht, dass Harry so einen hätte...

»Hör mal, musst du eigentlich den ganzen Abend herumtippen?«
»Herrgott, Karl, ich schreibe meinen neusten Gay-Renner! Das is anstrengend!«
»Ja, ich weiß ja, Süße. Du bist die Beste. Und ich bin froh, dass du mir geglaubt hast. Das Hemd mit den Leuchttürmen ist von Herbert. Das hatte der mir beim letzten Fußballabend geliehen, als meins mit Bier vollgekleckert war. Saublöd, wo Chantal ihre Fingernägel überall herumliegen lässt.«
»Jaja, ist ja schon gut.«

Ihr seht, ich habe mich wieder mit Karl vertragen. Nix mit Fremdgehen. Das war ein Fehlalarm. 
Na ja, nicht schlimm. Immerhin hat mich die Sache zu genialster Lyrik inspiriert. Ich kann ja nicht immer nur darüber schreiben, wie irgendwelche Kerle poppen. Auch wenn mir der Kram von den Facelookerinnen aus den Fingern gerissen wird. 

Ich denke, ich muss die Story weiter aufpeppen. Guy findet bei Harry nicht nur nen Dicken in der Hose, sondern zusätzlich eine entsicherte Knarre. Verdammt, das hätte ins Augen gehen können. Wozu braucht der eine Pistole? Ich glaube, der ist ein Gangster. Oh nein! Er schützt Guy, weil er ein verzauberter Prinz aus dem »Habewärehatte-Land« ist. Und der Guy weiß nix davon. Der fühlt sich bedroht. Aber nach 89 Ficks und 27 Blowjobs merkt er: Harry ist sein Bodyguard und der Beste und Schönste und gemeinsam reiten sie ins Abendrot.

Was meint ihr? Bestsellerverdächtig?
Jep! Meine Meinung!

Eure Mandy


©Pat McCraw2013



Dienstag, 19. November 2013

Mach mich geil, du Hengst!

Hi Leute! Mandy hier.
Ja, es ist eine Menge los, seit Chantal und ich Schriftstellerinnen geworden sind. Das Chantal hatte so seine Startschwierigkeiten. Habt ihr ja bestimmt gestern gelesen. Die bereitet sich schon auf ihre Fernsehauftritte als Autorin vor. 
Ich bin ja eher öffentlichkeitsscheu. Liegt aber auch so ein bisschen an meiner Kleidergröße von 68. Dafür gibt’s nicht so viele schicke Abendkleider.
Ach, mir egal. Hauptsache Karl mag meine Rundungen, Falten, Pickelchen, Beulen und Hautsäckchen. :)

Was ich eigentlich erzählen wollte: Gestern bin ich mal bei Amazon rumgesurft und hab mir angeguckt, was sich da so in meiner eBook Lieblingskategorie herumtreibt: der EROTIK. Man muss ja wissen, was die Konkurrenz so macht.

Ich kauf die Bücher nicht, sondern les die ganzen Leseproben. Dabei hab ich eine Buchserie gefunden - Leutz, da hab ich aber den Kopf geschüttelt. Gibt ja echt welche, die haben ne blühende Fantasie!
Da ist so ne Serie, die heißt »Duodingens« von Pat Mc Nebelkrähe. Darauf muss man erst mal kommen, was? Duodingens ‘kopfschüttel’...Klar poppen da ganz viele Schwule durch die Gegend, aber auch Heteros. Normal, sagste? Nee, die ist nicht normal, die Nebelkrähe. Was die sich da für Helden ausgedacht hat, ist der Hammer. 

Allein schon die Namen: Solutan und Travinus. Das sind Außerirdische. Travinus zum Beispiel wachsen überall Pilze raus. Schwule Pilze. Uhhh.... Und Solutan pulvert mit solchem Glitzerzeug herum. Na, ich müsste davon niesen. 
Und die Härte ist ein Typ namens Meo. Der ist ein lebendiger Vibrator. Logisch, DER ist natürlich ein Hetero. Boah, jetzt stellt euch den mal im Bett vor. Der reinste Zappelphilipp. Da kriegt man als Frau ja Schüttelfrost und ne Wackel-Muschi. 
Außerdem läuft in der Story ein schwuler Doktor durch die Gegend. Der braucht dir nur die Hand auf dem Arm legen und schon pikst er dir irgend ne Medizin in den Body. Durchsichtig ist der Kerl auch noch. Man kann die schwabbeligen Organe sehn. 
Das finde ich ja total bizarr. Wie dieser Typ mit den Körperwelten. Was war mir schlecht von den ganzen Innereien. Aber der Karl wollte da unbedingt rein.


Nee, sowas wie die Duodingens bekommt ihr von mir nicht zu lesen. Bei mir gibt’s Erotik vom Feinsten. Glaubste nicht? Ich geb mir richtig Mühe mit meinen Büchern. 14,5 Seiten voller Buchstaben für 1,99 Euro- da kannste doch nicht meckern. Zumal auf den vielen Seiten mindestens drei Mal gepoppt wird.

So auch in meinem neuen Werk »Mach mich geil, du Hengst«, das ihr auf jeden Fall lesen müsst. Wie dringend ihr das kaufen solltet, werde ich jetzt bei Facebook im Schnitt zwölf Mal täglich posten. Damit ihr’s nicht vergesst, gell?

Worum es in dem Buch geht? Na also für 1,99 werdet ihr doch wohl keine Handlung erwarten! Nur so viel: Frank shoppt im Supermarkt. Er trifft Fred in der Gemüseabteilung, der grad Gurken kauft. Merkste was? Gurken! Mehr wird nicht verraten. 
Es ist natürlich ein GAY ROMANCE Buch, mit purer Romantik unterm Angebotstisch. ‘breitgrins’.

Natürlich wollte ich auf das Cover jetzt nicht ne Schlangengurke machen. Das hätte ja zu viel verraten. Also habe ich überlegt. Was gehört denn auf so ein Gay Romance Werk? Naaa? Genau, du Cleverlein, ein SIXPACK!

Blöd nur, dass man die richtig geilen Muskel-Fotos bezahlen muss. Ich verdiene wohl inzwischen mit meinen 16 Büchern jeden Monat 22251,81 Euro, aber Bilder kaufen ist da nicht drin.
Also hab ich meinen Mann, den Karl, gefragt, ob er nicht mal grad vom Sofa aufstehen kann für ein Foto von seinem Waschbrettbauch.

Leute, wie der da so stand, konnte ich gar nicht aufhören zu zählen. Das waren mehr als sechs Speckrollen. Das war ein Twelvepack. Ich hätte flennen können. Aber ihr kennt ja meinen Karl. Der ist so herzensgut, der Mann. Da ging der kurz mal in den Keller und hat das Problem gelöst. Juchuu! Perfekter geht es nicht! 

Also Leute KAUFEN! 14,5 Seiten »Mach mich geil, du Hengst« von Samantha E. Xervas (das bin ich). Neu bei Amazon und auf dem Weg in die Bestsellerliste. Das ist mal klar, oder?

Eure Mandy



KAUFEN! KAUFEN! KAUFEN!




Hey! Und nicht vergessen! KAUFEN! :)

Montag, 18. November 2013

Chantals erste Schritte als Self-Publisherin

Tach, ich bin die Chantal, die beste Freundin von der Mandy.
Da hat die mir doch in der Drogerie erzählt, sie schreibt Bücher. Und dann auch noch so Sexdinger. Mann, ich bin echt aus den Strümpfen gerollt!
Eigentlich hielt ich die Mandy ja immer für verklemmt. Aber die stand da und kaufte diesen scheiß teuren Nagellack. Der ihr Männe verdient ja nicht so gut, deswegen war ich so erstaunt. Wir haben dann noch über ihre Bücher geredet und ich denke, das mache ich auch. So schwer kann das ja nicht sein. Wenn ich so an die ollen Harry Potter Bücher denke, ist es super einfach.
Zu Hause hab ich mich dann an den PC geklemmt. Und bei Google „Selber ein Buch schreiben“ eingegeben. Wow, da kam viel bei rum. Wo sollte ich da anfangen?

Als Erstes stand da eine Seite, die den Namen Buchräx trug. Hab ich dann auch drauf geklickt. „Hier schreiben Sie selbst“, stand da. Klar wer denn sonst? Aber angemeldet habe ich mich dann doch, auch wenn das mit dem Selbstschreiben doof war. Echt, das ist ne tolle Seite und die Bücher da sehen so toll aus. Und die sind alle umsonst. Da gibt es so einen Knopf da steht drauf, „veröffentliche jetzt“. Habe da auch mal drauf gedrückt. Huii, da soll ich reinschreiben, wie mein Buch heißt. Blöd, das weiß ich noch nicht. Und ich soll reinschreiben, wer der Autor ist. Na ich, wer sonst?

Und genau da fiel mir die Mandy ein. Die hat was von einem Pseunüm erzählt. Oh, dann brauch ich auch so eins. Chantal Pösel klingt ja irgendwie bescheuert. Ich könnte ja meinen Mädchennamen nehmen, nur Chantal Schmitz klingt auch nicht besser. Hmm, Mandys Pseunüm war was mit Sex. Das geht immer, sagt sie.

Der Herbert, das ist mein Männe, steht auf blasen. Also nehme ich irgendwas mit blasen. Blasmusik? Blasius? Jo, das passt. Aber Chantal? Nee, geht nicht, wegen der Stalker. Ich muss ja was nehmen, wo man nicht weiß, dass ich das bin. Sabine, nee ist blöd, so heißt meine Nachbarin und die finde ich ätzend. Früher in der Schule wollte ich immer Charline heißen, das geht dann ja. Charline Blasius. Perfekt!

Ich hab den Namen auch mal vorsichtshalber auf einem Zettel aufgeschrieben. Sonst ist er weg, wenn der PC mal wieder abstürzt. Ein Buch habe ich danach erst mal nicht gemacht, weil ich ja noch keinen Titel weiß.

Beim Rumklicken auf der Buchräx Seite bin ich aber auf was echt Tolles gestoßen: Einen Wettbewerb! Man kann mit dem Schreiben ja nicht nur sehr schnell reich und berühmt werden, nein, man kann auch was gewinnen. S.d.A.a.b.d.e.s.u.g.d.K.v.J.B  heißt der Contest (schwerer Titel – hab ja schon Probleme, mir DSDS zu merken) und es bedeutet: Schubs den Autor an bis der endlich schreibt und gewinne den Kuli von Justin Bieber. 
Einen Kugelschreiber von Justin! So was, das der selbst in der Hand hatte. (Nicht was ihr jetzt vielleicht denkt, ihr Schweinchen.) Den musste ich haben!
Man sollte 50000 Wörter schreiben. Kenne ich denn soviele? Na ich Dummerchen, es sollte ja eine Geschichte werden. Und ich durfte, um teilzunehmen, die auf der Buchräx-Seite als Buch erstellen.

Mensch, Herbert, wir werden reich und ich werde berühmt. Mit welchem Proggi schreib ich das denn? Herbert hat soviel Zeugs auf dem Rechner, also fragte ich den mal. „Häärbäärt, Schaaatz.“, brüllte ich dann in Richtung Wohnzimmer.
An dem Abend war  ja Länderspiel und eigentlich sollte ich da nicht stören. Musste wohl auch grade sehr spannend sein, denn Herbert war wie tot. Also neuer Versuch.
„Häärbäärt, Schatz. Womit schreibt man Bücher?“
Endlich, er bewegte sich: „Mit einem Stift, Schnegge.“
„Ach Mann, ich mein doch auf dem PC.“
„Nimm Open Office. Damit schreib ich immer die Widersprüche zu den Mahnschreiben  der Bank.“
Mist, die Raten für meine Silikontitten! Ich musste berühmt werden und reich. Ganz schnell! Herbert wusste ja nichts von dem Kredit und den Raten. Und immer was vom Haushaltsgeld abzwacken, fällt auf.
Open Office, sagte Herbert. Okay, das machte ich mal auf. Gebannt starrte ich auf die leere Seite. Mein Buch, dachte ich selig. Nun brauch ich einen Titel.
 Mandy sagte „Ein Titel ist die halbe Geschichte.“. Uff, das war schwer. Ich wollte ja einen Krimi schreiben, mit viel Sex Verbrechen und noch mehr Sex. Hmm, nachdenken ist echt Stress.


Doch erst mal musste ich überlegen, was passierte, wenn ich so berühmt würde. Sicher käme ich ins Fernsehen. Mist, ich hatte nichts zum anziehen! Das löste echte Panik aus! Das Buch musste erst mal warten, bevor ich nichts fürs Fernsehen hatte, wollte ich gar nicht anfangen. Mein Kleiderschrank gab auch nichts her. Ich brauchte dringend ein Abendkleid. Sowas mit einem Hammerausschnitt, wo meine Brust so richtig gut zur Geltung kommt. Herrjeh, und Autogrammkarten. Da muss Herbert ein Foto von mir machen.
Leute, ich muss Schluss machen - bin dann mal shoppen!


Text: Thabita Waters

Anmerkung von Mandy:
Chantal kriegt das sicher noch geregelt mit dem Schreiben. Immerhin hat sie sich inzwischen für einen Titel entschieden. Ich habe für sie als Motivation sogar schon das Cover für ihr erstes Buch gemacht. Aber psst, nix verraten. Hier kommt es:






Sonntag, 17. November 2013

Der Schreib-Wettbewerb

Mandy und Chantal beim Schreib-Wettbewerb


Gestern klingelte mein Handy. Das Chantal war dran: »Hey, Mandy. Ich muss dir was ganz Abgefahrenes erzählen. Ach, am besten komm ich mal vorbei, wenn ich im Nagelstudio fertig bin.«

Na, das war richtig spannend.

Chantal ist ne ganz Schicke, müsst ihr wissen. Die trägt mit Vorliebe Overknees aus weißem Leder und dazu Hotpants. Vor einem Jahr hat sie sich die Brüste machen lassen, aber das darf ich nicht so laut sagen, weil ihr Mann von dem Kredit keine Ahnung hat. 

Kam das Chantal also mit den Stiefeln in meine Hütte gestöckelt (für die hab ich mir extra Laminat legen lassen), warf sich auf einen von meinen Küchenstühlen und guckte mich unter ihren angeklebten Wimpern an. Die machen die Augenlider so schwer, dass sie die Augen nicht mehr richtig aufkriegt. Aber die findet das sexy.
»Mandy, du hast mich letztens auf ne GANZ tolle Idee gebracht. Ich schreib jetzt auch! Weißte, so kann ich die Titten abbezahlen. Herbert bringt mich sonst um, wenn der das mitbekommt.«

Das war ja mal wohl der Hammer!

Ehrlich gesagt, hatte ich immer gedacht, dass Chantal nicht richtig lesen und schreiben konnte, denn die hatte mir mal eine Postkarte aus Malle geschickt. Ich hab sie heute noch am Spiegel im Flur. Da ist so ein Esel mit Strohhut drauf: »Libe Mandy. Das is vieleischt heiss hia. gruss Chantal.«

Na okay, ich bin ja ne gute Freundin. Und bei Amazon fliegt so viel Schrott durch die Gegend. Kam ja nicht mehr drauf an. Aber das hab ich natürlich nicht gesagt. Sonst hätte die mir noch die Ohren vollgeheult.

»Und? Was schreibst’e? Haste schon was fertig?«
»Nee, ich brauch da wohl deine Unterstützung.« Sie schüttelte so stark Kopf, dass ich die ganzen silbernen Clips von ihren Extensions sehen konnte. »Ich hab da was gehört, und wollte dich fragen, ob du mitmachst.«

Scheiße, was kam denn jetzt?

»Worum geht’s?«
»Da gibt’s was, das neue Schriftsteller dazu bringen soll, anzufangen zu schreiben. So als Motivation und so. Das heißt S.d.A.a.b.d.e.s.u.g.d.K.v.J.B
»Hä? Sdabdesugdkvjb? Was soll das denn heißen?«
Chantal verdrehte die Augen ob meiner Blödheit. »Ist doch ganz klar: Schubs den Autor an bis der endlich schreibt und gewinne den Kuli von Justin Bieber
»Kapier ich nicht.«
»Es geht darum, dass man da einen roten Kugelschreiber gewinnen kann. Und zwar einen, der Justin Bieber letztens auf dem Klo im Hilton aus der Arschtasche gefallen ist. Das soll Glück beim Schreiben bringen.«
»Boah, abgefahren! Und daran glaubst du?«
»Klar. Will ja ne erfolgreiche Schriftstellerin werden und ganz viel Kohle machen.«
Das war einzusehen.
»Na gut. Was muss man da tun?«
»Wir müssen 50000 Wörter in einem Monat schreiben.«
»Wow! Echt?«

Darüber musste ich nachdenken. Den Kugelschreiber wollte ich haben. Das war klar. Chantal konnte auch MIT dem Kuli kein Buch zustande bringen. Aber ich würde sie erst mal in dem Glauben lassen.


Ich hatte ja ein heimliches Problem: Nach fünfunddreißig schwulen Büchern hatte ich mein "männliches Pulver" verschossen. Was hatte ich nicht alles für Sex in meinen Stories: Blowjobs und GangBangs und den wildesten Verkehr von vorne und hinten und sogar mal auf dem Pferd, mitten im Galopp. Ich war reif für einen Motivationsschub. Wie sagte meine Facebook-Freundin Mary (die ich übrigens inzwischen zur Lektorin befördert hatte) immer? »Hat dich deine Muse verlassen, Süße?« 

Joah, der Sex mit meinem Alten war nicht mehr das, was er mal war und auch durch die schwulen Rammelvideos bei Tumblr erschien die Muse nicht wieder neben meinem Lappi.  Jetzt musste was anderes her. Und das 50000 Mal.

Chantal saugte an ihrer Kippe und sah mich prüfend an. Es war klar, dass von mir als gestandener Autorin nun ne Idee kommen musste.

Ich sah mich schnell in meiner Küche um: Küchenkalender mit einer Werbung für Hustensaft. Ungeeignet. Der Küchenherd mit den dreckigen Töpfen. Auch nicht. Neben dem Herd mein uralter Staubsauger und ein Besen mit einem Büschel Katzenhaare unten dran. Ein Besen? Hexen? Zauberer? Harry Potter! Verdammt, den gab’s ja schon.
»Chantal, ich hab’s! Ich schreib was über einen Kerl, der Perry Schotter heißt und ein totaler Playboy und Vorwerk Vertreter ist.«
»Echt? Und ich?«
Verdammt, jetzt musste ich mir für das Chantal auch noch was ausdenken.
»Du bist die geile Hausfrau, die sich immer Staubsaugervertreter ins Haus bestellt, die dann durchnimmt und hinterher umbringt.«
Aufgeregt drückte Chantal ihre Kippe in meinem Jägermeister-Ascher aus. Pattpattpatt.
»Du bist die Beste, Mandy! Ich werd Krimi-Autorin.«
Gebongt. So war sie keine Konkurrenz in meiner schwulen Amazon-Kategorie.
»Das wird aber ganz schön in Arbeit ausarten, Chantal. Der reinste Hochleistungssport.«

Chantal schob nachdenklich die Unterlippe vor. Das macht sie immer, wenn was schwierig wird: »Ich würde vorschlagen, wir kaufen uns erst mal diese atmungsaktiven Sport-Klamotten. Die sind doch morgen bei Lidl im Angebot. Außerdem brauch ich ein paar Sportschuhe, am besten rosa. Hast du noch das rosafarbene Stirnband? Ich sollte ein Sixpack Fitness-Drinks kaufen. Gehirnnahrung und so. Und dann gibt’s diese Klammern, die man mit der Hand drücken kann, um die Handmuskeln zu stärken. Wir müssen uns auch diese Blütentraum Duftkerzen besorgen und was ordentliche Musik wäre nicht übel. Du weißt schon, für die "Transpiration". Wie wär’s mit Bushido?...«


Chantal hatte Recht. S.d.A.a.b.d.e.s.u.g.d.K.v.J.B. bedurfte einiger Vorbereitung. Sonst würde das nie was mit Perry Schotter und dem roten Gewinner-Kuli.



Eure Mandy


PS: Meine Bücher "Machs mir, du Hengst" Teil 1-6 und "Warum liegt hier Stroh in der Ecke?" Teil 1 und 15 und  "Mann ist nur ein Mal Gay" Band 9 gibt es dann irgendwann im Handel.

(und natürlich auch das erste Buch von Chantal, das Platz 231 belegt hat beim S.d.A.a.b.d.e.s.u.g.d.K.v.J.B. "Der Vertreter mit dem Rohr" Krimi von Charline Blasius)
Cover-Vorschau folgt :)



Samstag, 16. November 2013

Pseudowas?


Leute, ich muss euch mal was erzählen. 
Gestern war ich beim DM und hab mir einen Nagellack für 12,95 gekauft. Das hat meine Freundin Chantal mitbekommen und meinte doch tatsächlich: »Haste im Lotto gewonnen oder Leergut weggebracht?«
Da hab ich ihr erzählt, dass ich jetzt Schriftstellerin bin. 
Boah, die hat gestaunt. "Was schreibste denn?", hat sie gefragt.
Nee, ich hab mich nicht getraut der zu erzählen, dass ich darüber schreibe, wie der Paul von nebenan merkt, dass er schwul ist und sich nicht traut, das zu sagen. Und dass da der Benno ist, der auch schwul ist und der das auch nicht wahrhaben will, weil sein Vater ihn sonst verkloppt. Die beiden poppen dann trotzdem, obwohl sie nicht schwul sind. Das wäre zu viel für Chantal gewesen. Also hab ich gesagt: "Chantal, ich schreib jetzt Erotik."

Na, die hat vielleicht Bauklötze gestaunt. Denkt mal nicht, die Chantal wäre auf den Kopf gefallen, weil die so einen französischen Namen hat. Den hat sie, weil ihre Mutter gemeint hat, französisch wäre vornehm und würde außerdem gut zu »Schmitz« passen. Aber egal. Sie meinte daraufhin: »Stell dir vor, wenn irgend so ein Spanner rauskriegt, wo du wohnst. Der klingelt dann und denkt du wärst ne Nutte, weil du sowas schreibst, und dass du es mit jedem treibst."
Jo, die ist schlau, die Chantal.

Ich hab sie aber beruhigt. »Ich schreib unter Pseudonym«, hab ich gesagt. 
"Pseudowas?"
"Das is ein anderer Name, Chantal." 
"Ach so. Und wie heißt du?"
Tja, Leute, ich bin vor Stolz fast geplatzt: "Ich heiße Samantha E. Xervas. Genial, was?" 
Chantel war begeistert. "Cooool! Wie geil ist das denn?"
"Merkste was?"
"Nö."
Kann sein, Chantal ist doch nicht so clever, wie ich dachte.
"Na, Samantha hat ein »S«. Und ein »E« in der Mitte. Dazu der Nachname beginnt mit »X«. Na?"
Chantal schob die Unterlippe vor, überlegte ganz lange und doll und ich wurde schon ganz zappelig.
"Ohhhh, meiiiiin Gott! Du bist ja sowas von raffiniert! Da wär ich nie drauf gekommen! Die Bücher von dir MÜSSEN ja Erfolg haben mit sonem krassen Psäunym!"
"Jep!" Da hab ich genickt. "Du merkst auch alles, Chantal!"

Die is ne gute Freundin, die Chantal. Die glaubt an mich. Deshalb hab ich ihr mein größtes Geheimnis verraten: "Demnächst schreib ich noch ein Fantasy-Buch, wo es Einhörner mit so schlumpfartigen Wichteln treiben. Und der Held heißt Fark'hal'Brzakzendt".
Wenn ich eins kann, dann ist es gute Namen aussuchen. 
Stimmts?

Eure Mandy


©Pat McCraw2013





Self-Publisher? Kein Problem! (Eine kleine Satire)

Arbeitslos? Hartz4? Oder einfach zu viel Zeit?
Wer sagt, dass das heutzutage noch ein Problem ist?
Es gibt doch Amazons Möglichkeiten für Self-Publisher!
Hatte ich nicht bereits damals, als die Lehrerin in der dritten Klasse uns als Aufsatzthema gab: "Schreibe ein besonders aufregendes Erlebnis!", nicht schon die dollsten Einfälle?
Moment, Mist, Abenteuer bietet mein Leben echt wenig. Was mache ich jetzt?...
Ich habe die beste Idee aller Zeiten: Ich schreibe darüber, wie mein Mann mich letzte Nacht durchgenommen hat. Sex sells, Leute!
Ich stelle mir jetzt einfach vor, wie der das gemacht hat. Na okay, das hat nur fünf Minuten gedauert, aber ich dichte mir noch dazu, was ich währenddessen gedacht habe. Macht ja jeder.

Wie fange ich an? 

Marion zog ihren schärfsten Spitzen-BH an, denn sie wusste das Robert darauf stehen würde, wenn er von Arbeit kam. Hört sich doch gut an, oder?
Nur irgendwie gibt es das wahrscheinlich schon als Buch. Genau, bei Shades of Grey. Ich muss mal nachdenken. Verflixt, das strengt an..... Wahnsinn! Jetzt habe ich die zündende Idee! Ich bin heute mal total versaut! Ich stelle mir vor, ich wäre ein Mann. Solchen Schwulenkram gibt’s ja noch nicht so oft. Okay, ich ändere den Satz: Marcel zog seinen geilen Designerslip an... 
Oh Gott, hab ich nicht letztens sogar Unterhosen gesehen, in denen die Kerle den Arsch ganz nackt haben? Wie heißen die noch mal? Jock Slips, genau. Leute, ich bin schlichtweg genial. Das wird jeden vom Hocker reißen: Marcel zog sich hinten den Jock-Slip über den Hintern hoch weil er Robert ja richtig geil machen wollte wenn der von Arbeit kam.
Müssen da eigentlich Kommas rein? Ach, egal, die meisten Leser wissen eh nicht, wo die hin gehören. Also weiter ...


5000 Wörter in drei Tagen! Juhu! Jetzt noch 1000, und ich kann den Kram als eBook veröffentlichen. Was nehme ich denn für die 36 Seiten? Na ja, wollen wir mal nicht unverschämt sein. Die Menge wird’s machen. Ich schreib mal 1,50 Euro rein. Mist, wie rechnet man nur die blöden Prozente aus? Egal, dann sind’s eben 1,48. Ungerade Preise verkaufen sich sowieso besser.

Seltsam, ich habe das Gefühl, da sind jetzt doch ein paar Schreibfehler drin. Oder warum macht Open Office das da so bunt? Ich glaub, ich werde mal die Mary bei Facebook fragen. Die hält mich für so eine Spitzenautorin. Echt, die glaubt ganz fest an mich. Die soll das mal lesen und korrigieren. Und wenn sie ein paar Fehler findet, nenne ich sie als »Korrektorat« in meinem Werk. Ja, so bin ich.

Während sie das liest, schreib ich schon mal die Fortsetzung. Brauche ich ja nur drei Tage für. Und hoppla, wieder ein Buch auf dem Markt. Ich guck mal in meinen Amazon Account. Jetzt habe ich vierzehn Bücher geschrieben und veröffentlicht. Wahnsinn! 63,41 Euro verdient. Na, klappt doch. 

Ich sollte die als Taschenbuch einstellen. Geht ja auch. Hmm, sind zu wenig Seiten. Ach egal, ich mach eine – wie hieß das noch mal? – Anthologie draus. Hört sich geil an das Wort. Jetzt denken alle bestimmt, ich hätt’s drauf. 

Irgendwie sieht das Taschenbuch komisch aus. Die Abstände stimmen nicht und mein selbstgemachtes Cover ist schräg. Buchsatz? Was? Son Scheiß soll ich jetzt auch noch lernen? Hurenkinder? Wer hat denn so ein Wort erfunden? Die können mich alle mal. Wenn die das Buch gekauft haben, lesen sie es bestimmt. Und fertig. Hauptsache, mein genialer Text, mein Herzblut, das ich mir in den letzten Tagen rausgequetscht hab, wird gewürdigt. Ich werde mal meine Freunde mobilisieren, die schreiben mir Rezensionen. Und wenn ich nicht genügend Leute finde, dann mache ich mir ein paar Fake-Accounts und schreib sie mir selber. Die digitale Welt macht’s möglich. Ist das nicht genial?


Vor einiger Zeit hab ich gehört, dass es Menschen gibt, die jahrelang an 200 Seiten herumpinnen. Und dann geben sie den Kram auch noch an so einen teuren Lektor und bezahlen richtig Asche dafür. Wie blöd muss man sein?

Schweinkram schreiben kann doch jeder, oder? Ich bin der lebendige Beweis. :)

Eure Mandy


©Pat McCraw2013