Duocarns - Fantasy Buchserie

Duocarns - Fantasy Buchserie
Duocarns

Samstag, 18. Oktober 2014

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Solutosan erwachte früh und bewegte irritiert die Finger der linken Hand. Die Buchwächter wanden sich unruhig um seinen Mittel- und Ringfinger. Was hatte er geträumt? Irgendetwas musste die schwarzen, zierlichen Wesen aufgeschreckt haben, denn normalerweise verharrten sie wie erstarrt.
Verschlafen reckte er die Glieder und sah in das blaue Dämmerlicht des Zimmers. Der Energie-Kamin brannte noch vom Abend zuvor auf kleiner Flamme. Er erinnerte sich verschwommen daran, von einer Reise geträumt zu haben und überlegte angestrengt, um weitere Details zu erhaschen. Diese verschwanden jedoch schemenhaft wie graue Geister aus seinem Bewusstsein.
War er wieder eingeschlafen? Das fahle Licht der duonalischen Sonne drang zaghaft durch die lichtdurchlässige Decke ihres Schlafzimmers. Solutosan erhob sich, löschte den Kamin und wandte sich zum Bett, in dem sein Gefährte schlief. Ulquiorras weißes Laken war bis zu seinen Lenden hinab gerutscht, so dass Solutosan seinen starken Leib fast zur Gänze betrachten konnte. Die goldenen, zarten Schlieren der schwarzen Haut bewegten sich sanft schimmernd auf seiner ausgeprägten Muskulatur. Nach den Äonen ihrer Beziehung war ihm seines Geliebten damalige Gestalt mit dem feinen, weißen Teint und dem dunklen Haar nur noch schemenhaft in Erinnerung. Als hätte Ulquiorra seine Gedanken bemerkt, rührte er sich, drehte sich auf den Rücken, was das Laken von seinen Hüften rutschen ließ und den Blick auf sein starkes Geschlecht freigab. Augenblicklich schoss Solutosan heiße Kraft in die Lenden, was den letzten Rest seiner Schlaftrunkenheit vertrieb. Ulquiorra hatte, gleichgültig in welcher Gestalt, auch nach dieser langen Zeit wahrlich nichts von seiner erotischen Anziehungskraft verloren.
»Ist irgendetwas los?« Sie hatten schon ewig nicht mehr laut miteinander gesprochen, benutzten nur noch Telepathie oder den Fluss, der bei ihren energetischen Verschmelzungen entstand.
»Ich weiß nicht«, antwortete Solutosan. »Die Buchwächter waren unruhig und haben mich geweckt. Es ist, als wollten sie mich dazu auffordern, wieder zu reisen.«
»Reisen?« Interessiert hob sein Gefährte seine eigene, große Hand, betrachtete die beiden Wächter, die ruhig zu schlafen schienen, ließ danach seinen Blick in Solutosans untere Gefilde gleiten und lächelte.
»Ja«, bestätigte Solutosan, wandte sich zum Schrank und öffnete dessen leichte Schiebetüren. Ihm stand der Sinn nach Frühstück – und nach einem neuen Abenteuer. Das haben die Wächter sehr gut erkannt, dachte er, während er das nachtblaue Serica-Gewand über den Kopf zog. Nach wie vor trug er lieber auranische, farbenfrohe Kleidung statt der eierschalfarbenen, duonalischen Dona-Gewänder. Der Wandspiegel neben dem Schrank zeigte ihn etwas verknittert mit wirrem, weißem Haar, das er mit einer Haarbürste bändigte und zu einem losen Zopf flocht.
Mit einem Satz war Ulquiorra aus dem Bett gesprungen und stand nun dicht hinter ihm, drückte seinen Körper sanft an ihn, so dass Solutosan sein hartes Geschlecht zu spüren bekam. »Willst du wirklich den Tag mit Dona beginnen?« Ulquiorra schmiegte den dunklen, samtigen Glatzkopf an seine Wange. Dabei zeigte er ein einladendes Lächeln, das Solutosan im Spiegel betrachtete.
Sein Geliebter war umwerfend und Solutosans Herz flog ihm zu. Die Aussicht auf Ulquiorras lustvollen Leib ließ die Hitze in seinen Lenden erneut auflodern. Er hatte jedoch nicht vor, auf seinen Schwanz zu hören. Ihm stand der Sinn danach, sich aus ihrer trauten Zweisamkeit zu bewegen, das gemütliche duonalische Zuhause zu verlassen und einen aufregenden Planeten zu besuchen. Ja, das war es. Er brauchte frischen Input, wollte Ulquiorra an die Hand nehmen und neue Reize für alle Sinne erfahren.
Er musste seinem Gefährten nichts sagen, als er sich zu ihm umdrehte, in dessen aufmerksame, dunkle Augen blickte und ihn zärtlich küsste. Solutosan ließ Energie durch seinen Mund fließen und sandte die Botschaft mit. Ich bin unruhig, mein Freund, sagte diese, meine Wächter sind zappelig. Ich liebe dich. Meine Zuneigung ist stark wie ein großer, breiter Fluss. Aber ich will gehen, möchte eine weitere Welt erkunden. Es drängt mich, an deiner Seite neues Wissen zu sammeln.
Ulquiorras Mund, männlich hart und verführerisch, ließ Solutosan lange dort verharren. Er streichelte den Geliebten mit seiner Energie, massierte mit der Zunge seine Lippen, drang tief ein und löste sich letztendlich nur widerwillig.
»Ich komme gerne mit. Alles ist bestens.« Ulquiorra ergriff seine Oberarme und drückte sie so fest, dass sich Abdrücke in Solutosans goldener Haut zeigten. Das tat nicht weh. Im Gegenteil liebte Solutosan, wenn ihm sein Geliebter gelegentlich seine Stärke zu spüren gab.
»Ich werde eine Welt für uns aussuchen. Oder ich lasse die Wächter wählen.« Sein Freund deutete auf die schlangenartigen Wesen, die sich nun auf seinem Ringfinger und dem kleinen Finger wanden. Ihre schlanken Leiber schillerten. »Aber nach dem Frühstück. In Ordnung?«

Solutosan nickte erleichtert. Ulquiorra nahm ihm seine Zurückweisung nicht übel....

Aus der Kurzgeschichte "Die oberste Direktive"
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