Duocarns - Fantasy Buchserie

Duocarns - Fantasy Buchserie
Duocarns

Sonntag, 6. November 2011

Willkommen bei den Duocarns

Die geneigten Leser unserer Geschichten wissen ja bereits, dass wir seit Jahren unter euch leben und arbeiten.Mit wir meine ich unseren ehemaligen Boss, Solutosan, den Sternenkrieger, unseren aktuellen Chef Tervenarius, den fungiziden Hybriden, Meodern, unser blitzschnelles Supermodel, Xanmeran, den Mann mit den Dermastrien und mich, Patallia, den Mediziner. So schön wie eurer Planet (noch) ist - ausgesucht hatten wir ihn uns damals nicht. Eine Anomalie schleuderte unser Raumschiff aus dem duonalischen Hyperraum auf die Erde.

Hier eine kleine Leseprobe, was damals geschah:

Die zartbunten Schleier zwischen dem östlichen und dem nördlichen Mond Duonalias verschoben sich. Solutosan kniff die Augen zusammen. Da waren sie!  Ein Bacani-Raumschiff versuchte den Mond als Deckung zu nutzen, um sich ungesehen aus dem Staub zu machen. Die Patrouille hatte sich gelohnt.
»Chrom, siehst du sie?«, fragte er ungeduldig.
»Nein!« Chroms Blick irrte auf dem Schirm umher.
»Verdammt! Links!«
Solutosan machte einen riesigen Satz zum Hauptschirm und tippte mit dem Finger auf die linke Ecke. In diesem Moment verschwand der kleine schwarze Punkt für einige Sekunden, tauchte aber wieder auf.
»Jetzt?«
Chrom nickte endlich und seine Finger flogen über die vier Tastaturen auf der Hauptkonsole.
Beim Vraan! War der Navigator heute blind?
Solutosan schwang sich auf den großen Drehsessel, die Hände angespannt auf die Knie gelegt. Das Jagdfieber hatte ihn gepackt. Er spürte, dass die Spannung auch bei seinen Kriegern an stieg, denn abgesehen von dem leisen Tippen von Chroms Fingern auf den Tastaturen war es auf einen Schlag gespenstisch still im Kontrollraum.
Xanmeran war hinter seinen Stuhl getreten. »Wo die wohl hinwollen?« Die Frage war an Chrom gerichtet, der nicht antwortete, sondern konzentriert weiternavigierte.
Auch Patallia, an seiner medizinischen Konsole und Tervenarius an der Kommunikation hielten die Luft an, denn die Schleier hatten sich wieder verdichtet und das Bacani Raumschiff tauchte nur gelegentlich daraus auf. Inzwischen etwas größer und näher als zuvor.
»Verlier die verdammten Parasiten nur nicht!«
Chrom schaute mit seinen violetten Augen kurz zu ihm hinüber. Solutosan hielt seinem Blick stand. Was waren die Bacanis anderes als Parasiten? Und sie, die Duocarns, waren die Kammerjäger, die diesen Abschaum seit Äonen gnadenlos jagten. Chrom hatte sich ihnen angeschlossen und verfolgte nun seine eigene Spezies.
 »Schneller, Chrom!«, befahl Solutosan, »aber halte genügend Abstand! Sie haben uns vielleicht noch nicht entdeckt. Die kriegen wir!«
Wie immer, wenn er auf der Jagd war, hatte Solutosan das Gefühl, dass ihm der Raumanzug zu eng würde, besonders am Hals. Das war natürlich Blödsinn, denn er hätte sich in dem Anzug aufblasen können und er hätte ihn weiterhin hauteng umhüllt und seine Temperatur ausgeglichen. Für diesen Ausgleich war er jetzt sehr dankbar, denn er fühlte, wie sich die Hitze unter seinem langen Haar im Nacken sammelte.
»Beim Vraan!« Chrom hatte vor Aufregung seine Fangzähne ausgefahren. »Bei diesem Zickzack-Kurs kann ich unmöglich irgendwelche Zielkoordinaten feststellen. Wo wollen die hin?«
Solutosan war die Richtung der Bacanis im Moment völlig gleichgültig. Es war nicht anzunehmen, dass deren Raumschiff mit der Schnelligkeit und der Bewaffnung seines Kreuzers mithalten konnte. Er würde sie auf jeden Fall vor ihrem Ziel schnappen!
Er krampfte sich an die beiden Armlehnen seines Sessels. »Die meinen wohl sie wären clever! Aber wir sind schneller!«



Aiden schüttelte wutentbrannt ihr langes, rotes Haar. »Wie kannst du nur so eine Scheiße machen, Ben? Seit Jahren kämpfen wir mit der Stadtverwaltung und jetzt das!«
Der völlig in sich zusammengefallene Junkie hockte mit eingezogenen Schultern in ihrem Streetworker-Bus, unfähig eine Antwort zu geben. Dafür war er einfach zu fertig und zu voll.
Aiden betrachtete ihn mit wütendem Blick. »Die Leute haben dich gesehen und eindeutig identifiziert! Die Fixerstube ist in der Ingra Street und du lässt deinen Müll direkt daneben auf dem Kinderspielplatz liegen!«
Doris Bohlen, die erfahrenste der »Anchorage Helpers«, kletterte, eingemummt in einen roten Parka, zu Ben auf die Rückbank. »Hör auf, auf ihm herumzuhacken, Aiden.« Sie wandte sich zu Ben. »Willst du einen Tee?« Ben hob den starren Blick mit den winzigen Pupillen.
»Ach, verdammt!« Aiden schwang sich aus dem VW Bus. Jetzt brauchte sie erst einmal frische Luft. Sie hatte für ihren gemeinnützigen Verein lange mit den Behörden gekämpft, um den Obdachlosen, den Trinkern und den Junkies einen Platz zu verschaffen. Sie und ihr Team hatten eine kleine Teeküche eingerichtet, in der es etwas zu essen gab und die Leute duschen konnten. Außerdem bot ein kleiner, sauberer Raum den hiesigen Drogenabhängigen die Möglichkeit, ihre Drogen zu konsumieren. Das alles war nun in Gefahr.
 Sie stapfte um den Bus herum, hilflos und wütend. »Ich sag euch was.« Aiden steckte den Kopf zur Seitentür des Busses hinein. »Wir räumen jetzt den Müll weg!«
Er hob den Kopf mit den fettigen Haaren.
»Ben? Wir gehen jetzt zusammen da hin und du hilfst mir. Danach ruf ich Mister Martin von der Stadtverwaltung an und versuche ihn zu beruhigen. Los komm!« Aiden streckte Ben die Hand hin.
 Er rappelte sich auf, ohne der Hand Beachtung zu schenken. Sie riss die Fahrertür auf, schnappte sich einige Latexhandschuhe sowie eine Mülltüte und trabte mit Ben los. Es war ihr völlig gleichgültig, ob sie mit dem schlimmsten Junkie von Anchorage gesehen wurde. Sie betrachtete ihn von der Seite. Seine Nase lief. Der Mann war ein Wrack.
Sie schob die Hände tief in die Taschen ihres Anoraks. Seit Jahren hatte sie nur mit Trunkenbolden und Kaputten zu tun – lernte so gut wie nie normale Männer kennen, außer vielleicht die Bürohengste, mit denen sie sich wegen der Gelder stritt. Manchmal hatte sie das ganz schön satt.
Der Kinderspielplatz lag verlassen da, als Aiden und Ben ihn betraten. Der Junkie versuchte sich zu orientieren.
»Nun sag schon wo das Zeug ist!«, fuhr sie ihn an. Wahllos deutete er zuerst auf eine Bank, dann auf den Sandkasten und schließlich in die Nähe der Schaukel. »Ach du Scheiße!« Eine eisige Windböe wirbelte ihr die Verpackung einer Spritze entgegen. »Du machst mich fertig, Ben!«, blaffte sie. Der nickte nur resigniert.



Psal tippte ungeduldig mit den Fingern auf den Rand ihrer Tastatur. Am liebsten hätte sie die Klauen ausgefahren, so sehr ging ihr dieser Pok auf die Nerven. Jetzt stand er schon wieder mit blutunterlaufenen Augen vor ihrer Steuerungskonsole und starrte sie an. »Geh zur Seite, Pok!«, raunte sie ihn an. »Du verdeckst den Bildschirm!«
Die einzige Frau auf einem Raumschiff zu sein mit einer ungehobelten Bande von Bacanis, war wirklich ein harter Job. Aber sie hatte den Auftrag angenommen und saß nun mit den ganzen Kerlen fest.
Psal aktivierte die Rundumsicht auf dem Schirm, da Pok sich immer noch nicht in Bewegung setzte.
»Pok! Behindere Psal nicht bei der Arbeit!« Endlich schritt Bar, der Anführer der Bande, ein. Er hatte sich hinter ihr gelangweilt auf einem der Rundstühle gedreht.
Pok setzte sich zähnefletschend in Bewegung.
Psal blickte wieder auf den Schirm. Was war denn das? Sie zoomte näher! »Wir werden verfolgt!«
Bar sprang in die Höhe und baute sich breitbeinig vor den Schirm auf. »Ich seh‘s! Verdammt! Einhundert prozentig die Duocarns!« Krran, sein zweiter Offizier, stand sofort an seiner Seite.
»Wohin nun?«, keuchte Psal. »Wenn die uns kriegen, sind wir tot! Ich habe gehört, dass diese Krieger keine Gefangenen machen!« Ihr Herz schlug bis zum Hals, als sie die Sternenkarten auf dem Computer aufrief.
»Du bist die Navigatorin!«, zischte Bar und wandte sich ihr zu. Seine Fangzähne waren vollständig ausgefahren.
Psal durchsuchte mit zitternden Händen die Karten. »Zentaurensystem! Das ist nah genug! Da finden sie uns nicht!«
»Worauf wartest du dann noch?«, knarrte Bar. »Kurs setzen!«
Psals Finger flogen über die Konsole. Sie brachte das Schiff auf Höchstgeschwindigkeit. Zu ihrem großen Glück hatten die Monde Duonalias sich vor kurzer Zeit gedreht, und drückten die Schleier in ihre Richtung. Psal versuchte, in sie einzutauchen, um mehr Deckung zu bekommen. Sie wusste nicht, wie stark die Duocarns bewaffnet waren. Vielleicht würden sie ja feuern. Sie blickte auf ihre Hände und versuchte das Zittern zu unterdrücken, denn Bar hatte sie fest im Blick. Nur keine Blöße geben, dachte sie.
Nun stand Bar neben ihr. »Geht das nicht schneller?«
»Nein! Wir sind auf Höchstgeschwindigkeit!« Sein selbstherrliches Gehabe ging ihr auf die Nerven. »Kannst ja aussteigen und schieben!«, grollte sie.
Bar fletschte die Zähne, aber antwortete nicht. Er stellte sich wieder, steif und autoritär, vor den Hauptschirm. »Was ist das?« Er deutete mit der Kralle auf einen schwarzen, langsam größer werdenden Punkt. Seine Hand zitterte leicht. Auch bei ihm schienen langsam die Nerven blank zu liegen.
Psal suchte blitzschnell in den Karten. »Keine Ahnung, nichts verzeichnet!« Das Raumschiff der Duocarns war näher gekommen. Der Kreuzer übertraf ihr Schiff eindeutig an Größe und Geschwindigkeit.
»Ich habe keine Lust hier zu krepieren! Flieg da hin!«, brüllte Bar.
»Was?«, sie schlotterte fassungslos. »Wer weiß, was das ist? Oder was dahinter ist? Das ist total gefährlich!«
»Mir egal!«, schrie Bar. »Glaubst du, die Duocarns sind harmlos?«



Tervenarius rieb sich in seiner Vorfreude die Hände. Sie hatten einen Bacani-Kreuzer aufgebracht und die Verfolgung aufgenommen! Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er einen von ihnen in die Finger bekäme!
Er hatte für diesen Flug die Kommunikation zwischen dem Schiff und dem interstellaren Raumhafen auf Duonalia übernommen, was ihn aber jetzt nur noch am Rande interessierte. »Duocarn Koordinaten 1/6.4.90.13bz – Verfolgung aufgenommen.« Dieser Funkspruch musste der Basis erst einmal reichen, bis sie das Bacani Raumschiff gekapert und sich die Parasiten geschnappt hatten.
Tervenarius lächelte grimmig und dachte an die Kaperung. Wieder einmal würde sich zeigen, wer schneller und stärker war: Die Bacanis mit ihren Waffe, Klauen und Fangzähnen oder die Duocarns mit ihren Gaben. Er war trainiert und schnell - seinen giftigen Pilzsporen würden seine Gegner nichts entgegensetzen können.
Ihr Schiff schlingerte und schaukelte, während sie dem Zickzackkurs der Flüchtenden folgten. Die Bacanis hatten einen wirklich guten Navigator, das musste man ihnen lassen. Dieses ständige Abtauchen in die Schleier und Haken schlagen war professionell – konnte die Krieger jedoch nicht abhängen, zumal Chrom an der Navigation saß.
»Jetzt reicht‘s!«, brüllte Solutosan. »Schieß sie ab, Chrom! Die sind sonst weg!«
»Eine Anomalie!«, keuchte Chrom. »Zu spät! Die sind schon zu nah dran! Viel zu gefährlich!«
Tervenarius Magen machte sich unangenehm ziehend bemerkbar. Er klammerte sich an seine Konsole. »Chrom, du wirst denen doch wohl nicht da rein folgen?!«
Er blickte kurz zu ihrem Navigator, der starr mit gefletschten Fangzähnen auf den Schirm starrte und dessen Hände wie verrückt über seine Tastaturen rasten. »Chrom?« Tervenarius sah mit Entsetzen, wie sich die Anomalie vergrößerte. Die Bacanis hatten sie erreicht und waren vor der schwarzen Masse kaum noch zu erkennen.
»Wenn ich jetzt gegenlenke, knallen wir auf den Mond!«, brüllte Chrom.
Ihr Götter! Das waren die Bacanis nun wirklich nicht wert!
»Egal! Dreh ab!«, donnerte Solutosan.
In diesem Moment erfasste der monströse Sog ihr Schiff mit aller Macht!



Ihr Raumkreuzer taumelte und torkelte führungslos, der gigantischen, schwarzen Macht ausgeliefert. Solutosans Organe fühlten sich an wie verknotet. Er sah wie der Hauptschirm flackernd erlosch. Die massive Schockwelle schlug ihn aus seinem Sitz, den er noch im letzten Moment mit beiden Armen umfassen konnte. Er versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen, aber sein Gehirn verweigerte den Dienst. Hilflos an seinen Sitz gekrampft drehte er mühsam den Kopf. Chrom umklammerte die Steuerungskonsole mit den Beinen und versuchte zu navigieren. Wie schafft der das?, dachte er unendlich langsam, als die Vibration stoppte und sein Gehirn mit einem schmerzhaften Ruck im Schädel zur Ruhe kam. Es schien, als würde ihr Schiff schräg in eine Atmosphäre eintauchen. Das dröhnende Geräusch wandelte sich in ein wildes Rauschen. Er spürte es mit jeder Faser! Ein Aufschlag stand unmittelbar bevor! Solutosan versuchte den Mund zu öffnen um die anderen zu warnen, aber er konnte die Worte nicht formen. Chrom bewegte sich immer noch an der Konsole. Krachend riss der Raumkreuzer eine Schneise in den Untergrund, der knirschend nachgab. Das Schiff kreischte schrill. Wahrscheinlich verloren sie gerade das untere Deck samt Maschinenraum! Das Schlittern schien kein Ende zu nehmen. Hatte Chrom es geschafft, die Bremsdüsen zu zünden? Endlich, endlich blieb das Schiff zitternd stehen.
Er löste die verkrampften Arme vom Sitz, fiel zu Boden. Er kroch auf den Drehstuhl zurück, umklammerte die Armlehnen um seinen Magen zur Ruhe zu zwingen.
Langsam sah er sich um. Die Steuerungskonsole war verlassen. »Bei den Göttern!«, brüllte Solutosan. »Chrom! Statusbericht!« Der kleine Navigator gab keine Antwort.
Meodern, eingeklemmt zwischen der Kommunikationskonsole und der Wand, würgte. Nicht nur die Augen blitzten jetzt in einem giftigen Grün, auch sein Gesicht hatte sich grünlich gefärbt. »Chrom, du Warrantz! Bist du wahnsinnig?!«
Aufstöhnend, die eigene Selbstbeherrschung wieder- gewinnend, sah er erleichtert, wie der kleine Navigator, der sich vom Boden hoch hangelte und den dünnen Hintern wieder auf seinen Sitz schob.
»Immer ich! Das war eine verfluchte Anomalie!«
»Ruhe! Statusbericht! Wir sind irgendwo kollidiert!« Im Grunde schrie Solutosan Chrom aus Erleichterung an. Um seine Brüder machte er sich keine großen Sorgen, die waren unverwüstlich. Den kleinen, sterblichen Bacani Navigator zu verlieren, wäre einem Totalschaden gleich gekommen.
»Wo sind die Bacanis?« Tervenarius federte seinen weichen, weißen Körper vom Boden hoch und stützte sich auf die medizinische Konsole, an der sich Patallia immer noch mit beiden Händen festklammerte.
Der Mediziner, den Körper vor Schreck völlig durchsichtig, mit pulsierenden Eingeweiden, starrte den Krieger an: »Hast du es nicht kapiert, du hirnloser Flusch? Die Bacanis sind unser kleinstes Problem! Wir haben die Kiste auf irgendeinem Planeten zerschossen!« Er ächzte und tastete seine Glatze ab. Nach und nach veränderte sich sein Körper in das gewohnte Milchweiß.
»Was denn für ein Planet?«, tönte vom Fußboden an der Hauptsteuerung eine voluminöse Bass-Stimme. Xanmerans rote Monsterhände umfassten die Hauptkonsole, dann erschien sein roter Glatzkopf mit grimmiger Miene. Er hievte seinen mehr als zwei Meter großen, muskelbepackten Körper in die Höhe und wechselte zu der auf Duonalia üblichen, telepathischen Verständigung. »Wo, zum Vraan, sind wir?«
Solutosan stöhnte erlöst auf. Seine Leute schienen alle unverletzt, nur entsetzlich durchgerüttelt. Er betastete vorsorglich doch noch einmal seinen Kopf. Ja, es war alles in Ordnung. Langsam schob er sich vom Sitz. Stehen konnte er schon mal. Vorsichtig trat er zur Hauptkonsole.
Chrom krabbelte unter ihr herum, fummelte fluchend, aber hatte Erfolg. An einigen der erloschenen Computer flammten wieder Kontrolllampen auf. Mit einem Schwung sprang er zurück auf seinen Stuhl und tippte in Windeseile auf den vier Tastaturen.
»Ruhe jetzt!«, fauchte Solutosan. »Chrom!« Die anderen Jäger, nun alle wieder auf den Beinen, umringten sie.
Chrom bleckte die Zähne. Er blieb bei der Telepathie. »Sieht schlecht aus! Notenergie läuft, Lebenserhaltung ok, Kühlsystem auf 50 Prozent, Antrieb und Schilde auf null.«
»Tarnung?«, fragte er eindringlich. Er begann im Kontrollraum auf und ab zu laufen. Das tat gut und ordnete endgültig seinen durchgeschüttelten Leib.
Chrom tippte wieder auf den Tasten herum. »Könnte noch gehen.«
»Ortung?« Das Ortungsgerät hatte sich schief über der Konsole in den Armaturen verkeilt. »Meo!« Er gab dem goldhäutigen Krieger ein Zeichen. Vorsichtig bugsierte Meodern das Ortungsgerät wieder an seinen angestammten Platz, sorgfältig darauf achtend, keine Kabel zu beschädigen.
Chrom beobachtete Meo besorgt, und kratzte sich mit einer ausgefahrenen Kralle an seinem Haarbüschel an der Stirn. »Habe schon beim Abflug gesagt, dass das Ding mit dem Kabel veraltet ist!« Mit zwei Krallen knipste er an dem Gerät herum, das sich stotternd einschaltete. »Chef, Ortung soweit auch okay.«
Solutosan ließ sich mit dem Rücken gegen die Wand des Kontrollraums sinken. »Na dann fangen wir da mal an«, seufzte er. »Chrom, wo sind wir?«
Die Anspannung bei Meodern, Xanmeran, Patallia und Tervenarius stieg merklich. Chroms wieselflinkes Tippen wurde zum einzigen Geräusch in dem gestrandeten Schiff.
»Ich befürchte«, er wandte sich ihm zu. »Ich befürchte«, hob Chrom erneut an, »wir sind fünfzigtausendundachtundvierzig Lichtjahre, dreihundertzwölfkommaacht Äonen und drei Terzien vom Kurs abgekommen«, stammelte er.
»Und was heißt das?«, brüllte Xanmeran.
»Das heißt«, sagte Solutosan tonlos, »dass wir in einem gänzlich fremden System festhängen!«
Er fragte weiter: »Wie stehen die Chancen den Kreuzer wieder flottzumachen?«
Chrom schüttelte langsam den Kopf. »Null, Chef! Schadensbericht sagt: Maschinenraum nicht mehr verfügbar! Der wird abgerissen sein.« Ein Stöhnen ging durch die Reihen der Männer. Sie waren gestrandet!
 Jetzt hieß es ruhig bleiben und nach und nach die wichtigsten Punkte abzuarbeiten. Er spürte einen kleinen Luftzug dort, wo sein metallischer Raumanzug an der Schulter zerfetzt war, und sich einer seiner Muskelstränge durch das Loch drückte. Dieser Luftzug verhieß nichts Gutes. Solutosan hob den Kopf und witterte. War da Brandgeruch? Nein, nichts! Was war es also? Allmählich nahm sein Verstand alarmiert wahr, dass der ungewohnte Luftstrom nur die Atmosphäre des fremden Planeten sein konnte, die bereits durch das abgerissene, untere Deck in die Kommandozentrale strömte.
»Schnell!«, befahl Solutosan. »Messung der Atmosphäre: Sauerstoff, Stickstoff, Temperatur!«
»Sauerstoff 21 Prozent, Stickstoff 78 Prozent und andere. Temperatur 234 Gran.«
»In Ordnung!« Er stöhnte erleichtert auf. Chrom, der als einziger Sterblicher an Board unbedingt atembare Luft brauchte, drohte keine Gefahr.
Patallia keuchte. »Ist das hier ein Eisplanet, oder was?«
Chrom orgelte an seinen Geräten herum, tippte weiter. »Ich habe hier was. Der Planet hat Strahlungen. Sieht aus wie Satelliten.«
»Kannst du dich einklinken, Chrom?«, fragte er gespannt.
Der kleine Bacani nickte. »Massig Informationen!« Der Hilfsbildschirm zeigte eine Vielzahl von blinkenden Linien und Zeichen. Das bedeutete, dass der Planet bewohnt und weit entwickelt war.
Solutosan war zufrieden. »Na, das ist ja schon mal was!
Außenteam: Xanmeran!« Der rote Krieger nickte grimmig.
»Meodern!« Meo hob die Hand. »Ihr zwei schaut euch draußen um! Handmessgeräte mitnehmen!« Die beiden nickten. »Wir sehen uns zwischenzeitlich die Daten an«, Solutosan deutete auf den Bildschirm, »und versuchen in Tarnung zu gehen!«
Die zwei stapften zur Tür. Tervenarius schob sich ebenfalls langsam Richtung Ausgang.
»Terv, du bleibst hier!«, befahl Solutosan. »Erst mal prüfen, ob deine Haut das hier aus hält.«
Terv kniff die Lippen zusammen, aber er nickte. »Ich geh die Vorräte kontrollieren.«
»Gute Idee!« Solutosan blickte über Chroms Schulter auf den Bildschirm mit den vielen Informationen - lehnte sich zu Patallia, der immer noch zur Salzsäule erstarrt an seiner medizinischen Konsole hockte. »Übersetzermikroben, Pat!« Solutosan streckte die Hand fordernd aus.
Patallia kam wieder auf Normalzustand. Der Höllenritt durch die Anomalie hatte ihm sichtlich zugesetzt. Er öffnete ein Fach unter seiner Konsole, entnahm zwei kleine Druckpistolen und reichte sie ihm. Solutosan drückte sich die Mikroben in den Hals und setzte die andere Pistole an Chroms knochiges Genick. Beim Abdrücken fauchte der Navigator unwillig.
»Na, dann mal los!«, sagte er zu Chrom.

 Ja, damals ging die Geschichte richtig heiß los! Niemals hätten wir gedacht was uns hier erwarten würde! Zumal wir alle, obwohl schon Äonen alt, in Liebesdingen reichlich unbedarft waren. Aber die humanoiden Frauen und Männer sorgten gründlich dafür, dass sich das änderte! Aber, das kannst du ja alles im Buch lesen.
Vielleicht sieht man sich ja mal auf einen Kefir!
Ein freundlicher Gruß aus Vancouver
Patallia(Mediziner der Duocarns)

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